HomeSzeneOberösterreichVom Freund erpresst: Gemeindemitarbeiter bediente sich jahrelang aus der Amtskasse

Vom Freund erpresst: Gemeindemitarbeiter bediente sich jahrelang aus der Amtskasse

Ein zunächst unscheinbarer Diebstahl brachte einen jahrelangen Kriminalfall ins Rollen. Im März wurde ein 33-jähriger Gemeindemitarbeiter aus dem Bezirk Gmunden dabei ertappt, wie er Gutscheine aus dem Büro eines Kollegen entwendete. Wie die Polizei mitteilte, führten diese Entdeckung zu umfassenden Ermittlungen, die ein weit größeres Ausmaß offenbarten.

Jahrelange Diebstähle aus der Amtskasse

Im Zuge der Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Mann seit 2014 regelmäßig Geld gestohlen haben soll. Laut Polizei griff er mehrmals im Monat in Amtskassen, entnahm Bargeld aus Büros und bediente sich sogar an einer Spendenbox. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Summe, die er im Laufe der Jahre gestohlen hat, auf einen mittleren fünfstelligen Betrag beläuft.

Bei seiner Vernehmung zeigte sich der 33-Jährige umfassend geständig. Er räumte alle Vorwürfe ein und erklärte die Hintergründe seiner Taten. Er gab an, die Diebstähle begangen zu haben, weil er seit Mitte 2013 von einem ehemaligen Freund erpresst worden sei.

Erpressung durch ehemaligen Freund

Der Beschuldigte berichtete, der gleichaltrige Mann habe behauptet, es habe eine nicht einvernehmliche sexuelle Beziehung gegeben, und ihn damit erpresst, dass er Anzeige erstatten und die Vorwürfe öffentlich machen werde. Zusätzlich habe der Erpresser vorgegeben, eine Rechtsanwältin eingeschaltet zu haben, die ihn unterstützen würde.

Um den Drohungen zu entgehen, habe er über die Jahre hinweg einen sechsstelligen Gesamtbetrag an den in Deutschland lebenden Mann überwiesen. Der 33-Jährige sagte der Polizei, dass er sich die monatlichen Forderungen irgendwann nicht mehr leisten konnte. 

Festnahme des mutmaßlichen Erpressers

Die Ermittlungen ergaben, dass sowohl das vermeintliche Sexualdelikt als auch die beteiligte Anwältin frei erfunden waren. Dennoch setzte der Erpresser seine Forderungen fort, selbst nachdem die Diebstähle des 33-Jährigen aufgeflogen waren. Daraufhin ordnete die Staatsanwaltschaft Wels die Festnahme des Verdächtigen an.

Ende April konnte der Mann schließlich während eines Aufenthalts in Österreich festgenommen werden. Laut Polizei zeigte sich der mutmaßliche Erpresser geständig. Er wurde in die Justizanstalt Wels eingeliefert und es wurde Untersuchungshaft über ihn verhängt. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

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