HomeNewsChronikVorstand der Magnus-Hirschfeld-Stiftung und Partner queerfeindlich angegriffen

Vorstand der Magnus-Hirschfeld-Stiftung und Partner queerfeindlich angegriffen

Am Donnerstagabend sind zwei Männer im Berliner Stadtteil Charlottenburg beleidigt, angegriffen und verletzt worden. Bei den Opfern handelt es sich um den Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und seinen Partner.

Am Donnerstagabend gegen 19:10 Uhr wurden zwei Männer im Alter von 57 und 61 Jahren im Schustehruspark in Berlin-Charlottenburg Opfer eines schwulenfeindlichen Angriffs. Bei den Opfern handelt es sich um Helmut Metzner, den Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, und seinen Partner.

Laut Polizei sowie den Schilderungen von Helmut Metzner wurden die beiden zunächst beleidigt und anschließend körperlich attackiert. Der Täter ist bislang unbekannt und flüchtete nach der Tat.

Angriff im Park eskaliert

Metzner zufolge hat ein Mann mit Hund das Paar zunächst schwulenfeindlich beleidigt und dabei auch volksverhetzende Aussagen gemacht. Er habe die beiden unter anderem als „Schwuchteln“ beschimpft. Metzner schrieb auf Facebook: „Als ich den Mann fragte, ob er seine Äußerung in Anwesenheit der Polizei wiederholen würde, antwortete er: ‚Das ist Meinungsfreiheit.‘“

„Ich belehrte ihn, das sei ein Irrtum, und kündigte an, die Polizei zu rufen“, schrieb Metzner weiter. Kurz darauf eskalierte die Situation. Der Mann sei auf ihn zugerannt und habe ihn zu Boden gestoßen.

Gewalt gegen beide Männer

„Im Anschluss griff er auch meinen Partner an, brachte ihn zu Boden und trat ihn mit Füßen“, schilderte Metzner. Während des Angriffs habe der Täter zudem eine Todesdrohung ausgesprochen, erinnert sich Metzner: „Wenn ich dich alleine treffe, bringe ich dich um.“ Trotz der Situation gelang es Metzner, den Angreifer zu fotografieren und den Notruf zu wählen.

Nach Angaben der Polizei entfernte sich der Täter zunächst einige Meter, kehrte jedoch zurück, als Metzner Fotos machte. Dabei soll er erneut Gewalt angewendet haben, indem er Metzner in den Rücken trat und schlug.

Ermittlungen wegen Hasskriminalität

Die alarmierten Einsatzkräfte trafen wenige Minuten nach dem Notruf ein und nahmen die Anzeige auf. Beide Männer waren verletzt, verzichteten jedoch zunächst auf eine medizinische Behandlung. Metzner erklärte, er habe der Polizei Fotos des Täters übermittelt.

Die Ermittlungen führt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin, da dieser in Fällen von Hasskriminalität zuständig ist. Laut Polizei hat der Täter die Männer „homophob und auf volksverhetzende Weise“ beleidigt und körperlich angegriffen.

Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

In sozialen Netzwerken meldeten sich mehrere politische Stimmen zu Wort. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik schrieb: „Schrecklich. Danke fürs Teilen und gute Besserung!“ Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, erklärte: „Ich schicke dir und deinem Partner volle Solidarität.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak äußerte ebenfalls seine Anteilnahme: „Das tut mir sehr leid, viel Kraft für Sie – ich hoffe, die Polizei findet den Täter bald.“ Metzner selbst betonte, er wolle dem Angreifer nicht erneut begegnen: „Es sei denn vor Gericht.“

Helmut Metzner steht seit Juni 2022 an der Spitze der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Zuvor engagierte er sich unter anderem im Lesben- und Schwulenverband sowie innerhalb der FDP.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

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