Der ehemalige US-Basketballspieler Jason Collins ist tot. Wie seine Familie in einer von der NBA verbreiteten Erklärung mitteilte, starb Collins im Alter von 47 Jahren nach einem „tapferen Kampf gegen ein Glioblastom“, eine besonders aggressive Form von Hirnkrebs. Erst im vergangenen Jahr hatte Collins seine Erkrankung öffentlich gemacht und über eine laufende Behandlung berichtet.
Jason Collins hatte Einfluss weit über den Sport hinaus
In einer Stellungnahme würdigte NBA-Commissioner Adam Silver Collins’ Vermächtnis. „Sein Einfluss reichte weit über den Basketball hinaus. Er hat dazu beigetragen, die NBA, die WNBA und die gesamte Sporterwelt inklusiver zu machen“, erklärte Silver. Collins werde nicht nur als Pionier, sondern auch „für seine Menschlichkeit und Freundlichkeit“ in Erinnerung bleiben.
Collins selbst hatte im Dezember 2025 beschrieben, wie die Krankheit entdeckt wurde. Er habe Schwierigkeiten gehabt, sich zu konzentrieren. Der Tumor habe sich für ihn angefühlt „wie ein Monster mit Tentakeln, das sich unter meinem Gehirn ausbreitet“. Ohne Behandlung hätten ihm die Ärzte nur noch wenige Monate zu leben gegeben.
Öffentlicher Umgang mit Krankheit
Als Collins seine Diagnose öffentlich machte, zog er Parallelen zu seinem Coming-out im Jahr 2013, als er sich in einer Titelgeschichte des Sports Illustrated als homosexuell geoutet hatte. „Ich bin ein 34-jähriger NBA-Center. Ich bin schwarz und ich bin schwul“, schrieb er damals.
Rückblickend bezeichnete er die Jahre danach als „die besten seines Lebens“. Er betonte: „Dein Leben wird so viel besser, wenn du dich so zeigst, wie du wirklich bist – ohne Angst, egal ob in der Öffentlichkeit oder privat.“ Seine Offenheit galt als Meilenstein in der US-Sportgeschichte.
Karriere zwischen College und NBA
Der in Kalifornien geborene Collins begann seine Karriere an der Stanford University. Später spielte er 13 Jahre lang in der NBA für insgesamt sechs Teams, darunter die New Jersey Nets. 2014 beendete er seine aktive Laufbahn. In dieser Zeit wurde er vom Time Magazine auch zu einem der 100 einflussreichsten Menschen gezählt.
Nach seinem Coming-out kehrte er zu den Nets zurück, die inzwischen nach Brooklyn umgezogen waren. Er war der erste offen schwule Spieler, der in einer der vier großen US-Profiligen aktiv war. Die Nets zeigten sich nach seinem Tod „zutiefst erschüttert“ und würdigten seinen Beitrag zur Teamgeschichte.
Weggefährten würdigen Persönlichkeit von Jason Collins
„Jason hat das Leben vieler Menschen auf unerwartete Weise verändert und war eine Inspiration“, erklärte seine Familie. Auch frühere Weggefährten äußerten sich betroffen. Der ehemalige Stanford-Trainer Mike Montgomery sprach von einem „traurigen Tag“ und bezeichnete Collins als einen der größten Spieler der Universitätsgeschichte.
„Er konnte es mit jedem aufnehmen – er war groß, stark, klug und gleichzeitig ein außergewöhnlich freundlicher Mensch“, sagte Montgomery über ihn. Viele hätten ihn nicht nur als Athleten, sondern vor allem als verbindende Persönlichkeit erlebt.
Was ist ein Glioblastom?
Das Glioblastom ist eine der aggressivsten Formen von Hirnkrebs. Es entsteht in Astrozyten, die die Nervenzellen im Gehirn unterstützen. Laut medizinischer Fachquellen gehört es zur Gruppe der Gliome und ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen.
Die Erkrankung kann zwar in jedem Alter auftreten, wird jedoch häufiger bei älteren Menschen diagnostiziert. Die Symptome variieren je nach Lage des Tumors und reichen von Krampfanfällen bis zu Veränderungen von Sprache, Denken oder Gleichgewicht.

