HomeStars & PromisEurovision Song ContestESC-Sensation in Wien: Bulgarien gewinnt mit „Bangaranga“ – Favoriten gehen unter

ESC-Sensation in Wien: Bulgarien gewinnt mit „Bangaranga“ – Favoriten gehen unter

Ein völlig verrückter Votingabend hat beim Eurovision Song Contest 2026 eine Siegerin hervorgebracht, mit der nur wenige gerechnet haben. Dara aus Bulgarien gewinnt mit ihrer explosiven Dancepopnummer „Bangaranga“ und schreibt damit Geschichte. Mit 516 Punkten setzte sie sich klar an die Spitze und brachte ihrem Land den ersten ESC-Sieg überhaupt ein. In Österreich verfolgten 1,45 Millionen Menschen das Spektakel vor den Bildschirmen.

Überraschungssieg nach Voting-Krimi

„Bangaranga“ zündet europaweit – besonders beim Publikumsvoting. Die Mischung aus Elektro-Beats, Balkan-Pop und Daras unbändiger Energie lässt die Konkurrenz alt aussehen. „Ich fühle mich wundervoll“, sagte die 27-Jährige nach der Show im bulgarischen Fernsehen.

Bulgarien war zuletzt drei Jahre lang nicht dabei. Aus finanziellen Gründen hatte sich das Land zurückgezogen. Nun gelingt ein Comeback, das im ESC-Drehbuch kaum besser stehen könnte. Auch Regierungschef Rumen Radew freut sich über den Sieg: „Bulgarien erwartet Europa und die Welt bei der Eurovision 2027.“

Israel stark – Rumänien schockt auf Platz drei

Den zweiten Platz belegt Israel: Noam Bettan überzeugt mit seinem Chanson „Michelle“ vor allem das internationale Publikum. Zeitweise scheint sogar der Sieg möglich.

Eine echte Sensation liefert Rumänien ab. Alexandra Căpângănescu holt mit der provokanten Hardrock-Nummer „Choke Me” den dritten Platz. Ihre Mischung aus Rock und Oper sorgte nicht zuletzt wegen des Titels für Gesprächsstoff.

Favoriten straucheln überraschend

Die großen Favoriten erleben einen bitteren Abend. Finnland, das monatelang bei den Buchmachern vorne lag, landet nur auf Platz sechs. Linda Lampenius und Pete Parkkonen können mit ihrem Lied „Liekinheitin” weder die Jurys noch das Publikum ausreichend überzeugen.

Auch Australien bleibt hinter den Erwartungen zurück. Superstar Delta Goodrem schafft mit ihrer Ballade nur Platz vier. „Das hätte vor zehn Jahren gewonnen“, heißt es in der ESC-Bubble, doch die Zeiten haben sich geändert. Italien holt mit Retro-Vibes Rang fünf.

Österreich und Deutschland abgeschlagen

Für Österreich, das als Gastgeber viel Lob erhielt, endet der Abend ernüchternd: Trotz bombastischer Unterstützung in der Halle landet Cosmó mit „Tanzschein“ auf dem vorletzten Platz. Immerhin sechs Punkte verhindern ein Nullnummer-Debakel. „Ich bin nicht enttäuscht“, sagt er dennoch nach der Show.

Nicht viel besser ergeht es Deutschland: Sarah Engels wird mit „Fire“ nur 23. „Was haben wir alles abgebrannt“, kommentiert ESC-Sprecher Thorsten Schorn ihre Pyro-Show. Punkte gibt es dafür kaum, vom Publikum gar keine.

Politische Spannungen begleiten den Bewerb

Auch 2026 bleibt der ESC nicht frei von politischen Debatten. Mehrere Länder boykottieren den Wettbewerb aufgrund der Teilnahme Israels. In Wien kam es am Abend des Wettbewerbs zu einer Demonstration, bei der 14 Aktivist:innen festgenommen wurden.

Während des Auftritts von Noam Bettan blieb es in der Halle selbst ruhig. Erst im Laufe der Punktevergabe, als Bettam zeitweise auf Platz eins lag, wurden die Spannungen hörbar. Gleichzeitig bemühten sich viele Beteiligte um einen verbindenden Ton im Sinne des Wettbewerbs.

Große Show und nostalgische Momente

Abseits des Wettbewerbs präsentiert Wien eine große Jubiläumsshow zum 70-jährigen Bestehen des ESC. Vorjahressieger JJ eröffnet mit „Wasted Love“. Stars wie Lordi, Ruslana und Verka Serduchka feiern in einem Medley die Geschichte des ESC.

Victoria Swarovski und Michael Ostrowski führen souverän durch den Abend und werden dabei von Emily Busvine im Green Room unterstützt. Dieser ist im typischen Wiener Stil als plüschiges Kaffeehaus gestaltet.

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