HomeCSD & ParadenVienna PrideVienna Pride 2026: Kleineres Angebot, klare politische Botschaft

Vienna Pride 2026: Kleineres Angebot, klare politische Botschaft

Weniger Fördermittel führen heuer zu einem kompakteren Programm der Vienna Pride. Die wichtigsten Veranstaltungen rund um die 30. Regenbogenparade finden dennoch wie geplant statt.

Die Vienna Pride findet dieses Jahr vom 29. Mai bis zum 14. Juni in Wien statt. Höhepunkt ist die 30. Regenbogenparade am 13. Juni, die unter dem Motto „Sichtbar seit 1996“ steht.

Bei einer Pressekonferenz im Wiener Rathaus stellten Katharina Kacerovsky-Strobl, Geschäftsführerin der Stonewall GmbH und Veranstalterin der Vienna Pride, sowie HOSI-Wien-Obfrau Ann-Sophie Otte gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) und SPÖ-Gemeinderätin Susanne Haase die Schwerpunkte des diesjährigen Programms vor.

Weniger Förderungen sorgen für kompakteres Programm

Neben dem Jubiläum der Regenbogenparade waren auch die aktuellen finanziellen Herausforderungen Thema. So muss die Vienna Pride in diesem Jahr mit geringeren Fördermitteln auskommen. Deshalb fällt das Angebot kleiner aus als im Vorjahr. Besonders betroffen ist das Pride Village am Rathausplatz. Es wird dieses Jahr nur einen Tag statt wie bisher drei Tage lang stattfinden.

Kacerovsky-Strobl sprach von schmerzhaften Kürzungen. Gleichzeitig betonte sie, dass alle zentralen Programmpunkte erhalten bleiben. „Die Vienna Pride bleibt laut, sichtbar und politisch”, erklärte sie. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung seien sichere Räume und starke Zeichen der Solidarität wichtig.

Um zusätzliche Treffpunkte für die Community zu schaffen, findet am 30. Mai ein großes Community-Fest in der Prater-Hauptallee statt. Dort präsentieren sich zahlreiche LGBTIQ+-Vereine. Das Programm wird durch Bühnenauftritte sowie den Pride Run Vienna ergänzt, der erneut tausende Teilnehmende anziehen soll.

Regenbogenparade bleibt Höhepunkt der Pride

Am 13. Juni umrundet die Regenbogenparade die Wiener Ringstraße „Andersrum“, also entgegen der Fahrtrichtung – zum insgesamt 30. Mal. Sie gilt als die größte Demonstration Österreichs. Zehntausende Menschen werden erwartet.

Im verkürzten Pride Village am Rathausplatz erwartet die Besucher:innen ein Bühnenprogramm mit Musik, Community-Angeboten und Gastronomie. Am Abend sollen unter anderem die Song-Contest-Gewinner JJ und Conchita Wurst auf der Pride Stage auftreten.

Zusätzlich sind während der zwei Pride-Wochen zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant. Dazu zählen der Pride Beach Day, die Miss*ter Vienna Pride Wahl, Kultur- und Sportevents sowie mehrere After-Pride-Partys in Wiener Clubs und Veranstaltungsorten.

HOSI Wien fordert konkrete politische Maßnahmen

Auch nach 30 Jahren ist die Parade für die HOSI Wien als Veranstalterin ein wichtiges politisches Zeichen. Obfrau Ann-Sophie Otte wies auf zunehmende Angriffe auf queere Menschen hin. Sichtbarkeit allein reiche nicht aus.

„30 Jahre Regenbogenparade zeigen, wie viel unsere Community durch Sichtbarkeit, Protest und politischen Druck erreicht hat – und wie viel noch vor uns liegt“, sagte Otte. Die HOSI Wien fordert unter anderem konsequente Maßnahmen gegen Hate Crimes sowie ein umfassendes Verbot sogenannter Konversionstherapien.

Auch beim Thema Gesundheit sieht die Organisation weiterhin Handlungsbedarf. Otte kritisierte, dass Diskriminierung im Gesundheitssystem für viele queere Menschen noch immer Teil des Alltags ist. Niemand dürfe aus Angst vor Ausgrenzung auf medizinische Versorgung verzichten müssen.

Stadt Wien sichert Unterstützung zu

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) betonte die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Community. Sichtbarkeit müsse immer wieder verteidigt werden. Wien stehe weiterhin an der Seite der LGBTIQ+-Community. „30 Jahre Regenbogenparade zeigen, was möglich ist, wenn Stadt und Community zusammenarbeiten“, sagte sie.

Auch SPÖ-Gemeinderätin Susanne Haase hob hervor, dass die gesellschaftliche Stimmung rauer geworden sei. Sie verwies auf Bedrohungen gegen Pride-Paraden in Deutschland durch rechte Gruppen und Neonazis. Gerade deshalb sei die Regenbogenparade wichtiger denn je.

Mehr News