HomePolitikInlandFreude bei Queer Base: Erstmals Asyl für schwulen Mann aus der Türkei

Freude bei Queer Base: Erstmals Asyl für schwulen Mann aus der Türkei

Queer Base meldet einen besonderen Erfolg: Zum ersten Mal wurde einem schwulen Mann aus der Türkei in Österreich Asyl gewährt. Der positive Bescheid gilt als wichtiges Signal für queere Geflüchtete aus einem Land, in dem sich die Lage für sexuelle Minderheiten zunehmend verschlechtert.

Zum ersten Mal in der Geschichte von Queer Base hat ein schwuler Mann aus der Türkei mit Unterstützung des Vereins Asyl in Österreich erhalten. Die Organisation, die queere Flüchtlinge betreut und unterstützt, spricht von einer „Sensation“ und einem „Riesenerfolg“. Obwohl sich die Situation für queere Menschen in der Türkei in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert hat, ist es für Betroffene nach wie vor schwierig, in Westeuropa Asyl zu erhalten.

„Imagine Freedom“

Der Geflüchtete heißt Mustafa Barlas, ist 40 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren in Wien. In einem auf Facebook und Instagram veröffentlichten Video mit dem Titel „Imagine Freedom“ zeigt er sich überglücklich über den Ausgang seines Asylverfahrens.

Darin schildert Barlas die schwierige Zeit nach seiner Ankunft in Österreich. „Als ich Queer Base traf, wurde mir klar, dass ich nicht alleine war“, sagt er im Video. Die Mitarbeiter:innen des Vereins hätten ihn während des gesamten Verfahrens begleitet und unterstützt. Nach dem positiven Bescheid könne er nun ein Leben in Freiheit führen, betont Barlas.

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Unterstützung für queere Geflüchtete

Queer Base ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für queere Geflüchtete in Österreich. Der 2015 gegründete Verein hat seinen Sitz in Wien. Das Angebot reicht von Rechtsberatung und Sozialberatung über Coming-out-Beratung bis hin zur Vernetzung mit der Community. Darüber hinaus unterstützt die Organisation Menschen bei medizinischen und psychologischen Anliegen.

Die Arbeit des Vereins zeigt sich auch in den Zahlen: So erhielten im vergangenen Jahr 87 queere Geflüchtete mit Unterstützung von Queer Base einen positiven Asylbescheid in Österreich. Die Organisation finanziert ihre Arbeit zu einem großen Teil über Spenden.

Schwierige Lage in der Türkei

Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan stellt die queere Community seit Jahren immer wieder als Gefahr für „traditionelle Familienwerte“ dar. Diese Haltung hat weitreichende Folgen für queere Menschen im Land. So verbieten die Behörden beispielsweise seit 2015 den Pride-Marsch in Istanbul. Als Begründung führen sie unter anderem den Schutz der Familie sowie angebliche Verstöße gegen gesellschaftliche Moralvorstellungen an.

Trotzdem versammeln sich jedes Jahr zahlreiche Aktivist:innen, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Die Polizei geht bei diesen Versammlungen regelmäßig mit Gewalt gegen die Demonstrierenden vor. Immer wieder kommt es zu Festnahmen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren dieses Vorgehen seit Jahren.

In der Türkei fehlen gleichzeitig umfassende gesetzliche Schutzmaßnahmen für queere Menschen. Berichte über Diskriminierung, Hassverbrechen und Anfeindungen nehmen zu. Viele Betroffene leben in ständiger Angst vor Ausgrenzung oder staatlicher Repression. Vor diesem Hintergrund entscheiden sich immer mehr queere Menschen, das Land zu verlassen und im Ausland Schutz zu suchen.

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