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Wien bleibt Zentrum der HIV-Neudiagnosen in Österreich

Fast jede zweite HIV-Neudiagnose in Österreich entfällt auf Wien. Während die Bundeshauptstadt deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt, melden Niederösterreich und das Burgenland vergleichsweise niedrige Zahlen.

Im Jahr 2025 hat Wien erneut die meisten HIV-Neudiagnosen in Österreich verzeichnet. Laut einer aktuellen Analyse der Medizinischen Universität Wien wurden in der Bundeshauptstadt 184 neue HIV-Fälle registriert. Das entspricht rund 44 Prozent aller österreichweit gemeldeten Diagnosen. Mit 9,1 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen liegt die Inzidenz deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 4,5.

Die Zahl der österreichweiten HIV-Neudiagnosen lag 2025 bei insgesamt 417 Fällen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 454 Diagnosen bedeutet das einen Rückgang um rund acht Prozent.

Hohe Testdichte und internationale Vernetzung

Die Analyse führt die hohen Zahlen in Wien auf mehrere Faktoren zurück. Neben der hohen Bevölkerungsdichte sind dies die internationale Mobilität, der Tourismus sowie die gut ausgebaute Testinfrastruktur. In Wien gibt es zahlreiche Einrichtungen, die kostenlose und anonyme HIV-Tests anbieten. Dadurch werden Infektionen häufiger und früher erkannt als in Regionen mit geringerer Testdichte.

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Auch die vergleichsweise große und sichtbare Community von Männern, die Sex mit Männern haben, beeinflusst die Statistik. Laut den zuletzt verfügbaren Daten zu den Übertragungswegen aus dem Jahr 2024 erfolgten 42 Prozent der HIV-Infektionen durch Sex zwischen Männern. Weitere 33 Prozent wurden durch heterosexuelle Kontakte übertragen.

Niederösterreich und Burgenland deutlich unter dem Österreich-Schnitt

In Niederösterreich stellt sich die Situation anders dar. Dort wurden im Jahr 2025 insgesamt 38 HIV-Neudiagnosen registriert. Die Inzidenz lag mit 2,2 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt.

Die niedrigsten Werte in Österreich wurden erneut im Burgenland verzeichnet. Im Jahr 2025 wurden dort fünf HIV-Neudiagnosen gemeldet. Die Inzidenz lag bei 1,7 Fällen pro 100.000 Einwohner:innen und war damit die niedrigste aller Bundesländer.

Höhere Dunkelziffer in ländlichen Gebieten?

Niedrigere Fallzahlen bedeuten jedoch nicht automatisch weniger Infektionen. Gerade in ländlicheren Regionen könnten weniger Testangebote und eine geringere Inanspruchnahme von HIV-Tests zu einer höheren Dunkelziffer führen.

Expert:innen warnen deshalb davor, die Zahlen isoliert zu betrachten. HIV sei längst nicht mehr ausschließlich ein Thema großer Städte. Infektionen würden zunehmend auch außerhalb urbaner Zentren festgestellt.

Mehrheit der Diagnostizierten männlich

Österreichweit entfielen 73 Prozent der HIV-Neudiagnosen auf Männer. Das durchschnittliche Alter bei der Erstdiagnose lag bei 39 Jahren. Rund 21 Prozent der Betroffenen waren älter als 50 Jahre. In der öffentlichen Wahrnehmung werde diese Altersgruppe häufig zu wenig berücksichtigt, heißt es in der Analyse.

Insgesamt leben derzeit rund 9.000 Menschen mit HIV in Österreich. Fachstellen empfehlen regelmäßige Tests, Safer-Sex-Maßnahmen sowie die Nutzung von Präventionsangeboten wie der Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Diese wird in Österreich von der Krankenkasse rückvergütet.

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