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30. Regenbogenparade: 320.000 Menschen feiern Vielfalt und fordern gleiche Rechte

Trotz Gewitter und Regen versammelten sich lrund 320.000 Menschen bei der 30. Wiener Regenbogenparade. Neben bunten Kostümen, Musik und Feierlaune standen vor allem Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und politische Forderungen im Mittelpunkt.

Unter dem Motto „Sichtbar seit 1996” fand am Samstag in Wien die 30. Regenbogenparade statt. Die Veranstaltung gilt als die größte jährlich stattfindende Demonstration Österreichs. Rund 320.000 Menschen nahmen teil, um für Akzeptanz, Respekt und gleiche Rechte der LGBTIQ+-Community einzutreten. Ein heftiger Wolkenbruch sorgte kurz vor dem geplanten Start um 12 Uhr für eine rund 20-minütige Verzögerung. Die Stimmung ließ sich davon jedoch nicht beeinträchtigen.

Bunte Vielfalt auf der Ringstraße

Kaum hatte sich das Wetter beruhigt, verwandelte sich die Ringstraße in ein Meer aus Regenbogenfarben. Zahlreiche Teilnehmende präsentierten kreative Outfits, Flaggen, Umhänge und aufwendige Kostüme. Besonders auffällig waren „Pride-Engel“ mit großen Regenbogenflügeln und Drag-Queens mit extravaganten Frisuren. Auch Gothic- und Fetisch-Looks gehörten zum abwechslungsreichen Erscheinungsbild der Parade.

Die Demonstration verband Feierlaune mit politischen Botschaften. Während auf geschmückten Trucks getanzt wurde und laute Musik durch die Innenstadt hallte, erinnerten viele Schilder und Transparente daran, dass queere Menschen weltweit weiterhin Diskriminierung erleben. Auf Plakaten war etwa zu lesen: „In 65 Ländern werden wir als Kriminelle angesehen“ oder „Keine Pride in Deportation“.

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Pride bleibt politischer Protest

„Unsere Rechte stehen unter Druck, und genau deshalb ist die Pride heute politischer als seit vielen Jahren“, betonte Katharina Kacerovsky-Strobl von der Vienna Pride. Sie wies darauf hin, dass die Pride-Veranstaltungen nie nur ein Fest gewesen seien, sondern immer auch eine politische Demonstration. Ann-Sophie Otte, die Obfrau der HOSI Wien, forderte unter anderem einen umfassenden Diskriminierungsschutz, die Umsetzung eines Aktionsplans gegen Hasskriminalität sowie ein Verbot von Konversionstherapien.

Viele Besucher:innen teilten diese Sichtweise. Christa, die mit einem Regenbogenherz auf der Wange am Straßenrand stand, sagte dem Standard: „Weil der Hass immer mehr wird. Und da müssen die Leute, die für Liebe und Toleranz stehen, lauter werden.“ Auch zahlreiche internationale Gäste nahmen an der Parade teil und wiesen auf die Situation queerer Menschen in anderen Ländern hin.

Bei der Parade präsentierten Vereine und Initiativen ihre Anliegen. Die „Queermaschen” stellen aus beschädigten Regenbogenfahnen Taschen und Accessoires her, deren Erlös queeren Organisationen zugutekommt. Afro Rainbow Austria machte mit dem Slogan „No Pride in Deportation“ auf die Situation queerer Migrantinnen und Migranten aufmerksam. Das Bild prägten auch nachgebaute Tuk-Tuks der philippinischen LGBTIQ+-Community, aufwendig dekorierte Trucks und spektakuläre Kostüme.

Gedenken und Abschluss am Rathausplatz

Die Demonstration führte entgegen der Fahrtrichtung – eben „andersrum“ – über die Ringstraße, vorbei an Parlament, Hofburg, Oper und Schwedenplatz, zurück zum Rathausplatz. Um 15 Uhr legte der Zug einen Moment des Gedenkens ein. Dabei wurde jener Menschen gedacht, die nicht mehr an den Feierlichkeiten teilnehmen können, etwa weil sie Opfer queerfeindlicher Verbrechen wurden oder an den Folgen von HIV verstorben sind.

Anschließend fand am Rathausplatz die Pride Celebration statt. Auf dem Programm standen Reden, Musik und Auftritte prominenter Künstler:innen. Unter anderem traten der Eurovision-Gewinner JJ, Conchita Wurst und die Weather Girls auf. Den traditionellen Abschluss bildete der Donauwalzer. Trotz eines verkleinerten Rahmenprogramms aufgrund gekürzter Fördermittel setzte die Jubiläumsausgabe der Regenbogenparade ein deutlich sichtbares Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe.

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