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Sieben ähnliche Fälle: Schwule Männer bei „Treffen“ über Dating-App angegriffen

In Offenbach sollen mehrere schwule Männer über Dating-Plattformen gezielt in Hinterhalte gelockt und anschließend brutal angegriffen worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit in mehreren Fällen und prüft mögliche Zusammenhänge zwischen den Taten.

In Offenbach beschäftigt eine Serie von Überfällen auf schwule Männer die Ermittlungsbehörden. Den Angaben der Polizei zufolge wurden die Betroffenen über Dating-Apps kontaktiert und unter dem Vorwand eines Treffens an abgelegene Orte gelockt. Dort sollen sie von mehreren maskierten Personen angegriffen und verletzt worden sein. Seit dem vergangenen Jahr wurden insgesamt sieben ähnliche Fälle bekannt.

21-Jähriger schildert brutalen Überfall

Einer der jüngsten Vorfälle ereignete sich am 3. Juni gegen 23 Uhr im Bereich des Brunnenwegs in Offenbach. Ein 40-jähriger Mann hatte sich zuvor mit einer unbekannten Person aus dem Internet verabredet. Am vereinbarten Treffpunkt wurde er jedoch von mehreren maskierten Personen attackiert. Laut Polizeiangaben schlugen die Täter auf den Mann ein und setzten dabei auch einen „harten Gegenstand” sowie eine Reizgaswaffe ein. Das Opfer musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

Nur drei Tage später kam es zu einem weiteren Überfall. Ein 21-jähriger Mann, der anonym bleiben möchte, berichtete über seine Erlebnisse. „Ich habe über eine Dating-App mit einem anderen Mann geschrieben. Wir haben uns gut verstanden“, berichtete er. Kurz darauf sei ein Treffen vorgeschlagen worden. „Das war zwar an einem relativ abgelegenen Ort, aber ich habe mir dabei noch nichts gedacht.“

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Am Treffpunkt tauchten dann plötzlich mehrere maskierte junge Männer auf. „Ich habe sofort versucht zu flüchten, wurde aber festgehalten“, schilderte er. Anschließend sei eine Reizgaswaffe eingesetzt worden. Danach hätten die Angreifer auf ihn eingeschlagen und eingetreten. „Es war grauenhaft. Ich habe mich so wehrlos gefühlt.“ Bemerkenswert sei gewesen, dass die Täter während der gesamten Tat kein Wort gesagt hätten. Schließlich konnte er sich losreißen und flüchten. Eine Passantin hat den Rettungsdienst verständigt.

Auch der 21-Jährige musste medizinisch behandelt werden. „Das Schlimme sind nicht die körperlichen Verletzungen. Es ist der Schock und die daraus resultierende Angst, dass so etwas wieder geschehen könnte“, sagte er. Nach eigenen Angaben habe sich sein Sicherheitsgefühl nachhaltig verändert.

Ermittler gehen Hinweisen auf mögliche Tätergruppe nach

Auch ein weiterer Fall aus den vergangenen Monaten weist nach bisherigen Erkenntnissen ein ähnliches Muster auf. Dabei soll ein schwuler Mann ebenfalls über eine Dating-App zu einem Treffen gelockt worden sein. Auch er wurde überfallen, zu Boden gebracht und von mehreren Personen getreten. Der Mann musste noch am Tatort medizinisch versorgt werden.

Wie Polizeisprecher Thomas Leipold mitteilte, wurden bereits im vergangenen Jahr vier vergleichbare Taten registriert. Die Ermittler prüfen derzeit, ob zwischen den einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht und ob möglicherweise dieselbe Gruppe hinter den Angriffen steckt.

Fahnder hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung

Den Opferbeschreibungen zufolge soll es sich in mindestens fünf der sieben bekannten Fälle um junge Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren gehandelt haben, die einem „arabischen oder südländischen Phänotyp“ entsprechen. Ob tatsächlich dieselben Täter hinter allen Angriffen stecken, ist weiterhin Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Die Polizei Offenbach bittet deshalb Zeug:innen um Unterstützung. Insbesondere Beobachtungen im Bereich des Brunnenwegs sowie der Eberhard-von-Rochow-Straße könnten für die Ermittlungen von Bedeutung sein. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 069 8098-1234 entgegen.

Darüber hinaus raten die Behörden dazu, erste Treffen über Dating-Plattformen möglichst an belebten Orten zu vereinbaren und Vertrauenspersonen über geplante Verabredungen zu informieren.

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