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Graz: Regenbogen-Zebrastreifen vor Uni mit schwarzer Farbe übersprüht

Weniger als zwei Wochen nach seiner Einweihung wurde der Regenbogenzebrastreifen vor der Karl-Franzens-Universität in Graz mit schwarzer Farbe übersprüht. Stadtpolitik und ÖH verurteilen die Tat und kündigen Konsequenzen an.

Im Pride Month wollte die Stadt Graz mit mehreren Regenbogen-Zebrastreifen ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Respekt und Vielfalt setzen. So wurde am 8. Juni vor der Karl-Franzens-Universität ein neuer Schutzweg in Regenbogenfarben gestaltet. Nun ist von den bunten Farben jedoch kaum noch etwas zu sehen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Unbekannte den Zebrastreifen großflächig mit schwarzer Farbe übersprüht.

Anzeige erstattet

Die Österreichische Hochschüler*innenschaft (ÖH) der Universität Graz stuft die Tat als Akt des Vandalismus ein. Es gibt derzeit keine Hinweise auf die Täter oder mögliche Hintergründe. Die Polizei bestätigte, dass bereits eine Anzeige erstattet wurde.

Mary Weitzer, Vorsitzende der ÖH Uni Graz, sieht in dem Vorfall einen Beleg dafür, dass Sichtbarkeit weiterhin notwendig ist. „Genau ein solcher Vandalenakt zeigt, dass es noch immer notwendig ist, auf die Rechte der LGBTQIA+-Gemeinschaft hinzuweisen und ein Zeichen zu setzen“, erklärte sie. Die Studierendenvertretung rief dazu auf, Queerfeindlichkeit aktiv entgegenzutreten und Diskriminierung konsequent zu bekämpfen.

Stadt kündigt Wiederherstellung an

Auch Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) verurteilt die Beschädigung aufs Schärfste. „Wer einen Regenbogenschutzweg übermalt, setzt auch ein Zeichen gegen Menschen, die Diskriminierung erleben. Dieser Vorfall erfordert ein noch klareres Bekenntnis zu Respekt und gleichen Rechten für alle“, sagte Schwentner.

Gerade in einer Zeit, in der queere Menschen vermehrt Anfeindungen ausgesetzt seien, brauche es klare Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt. Die Wiederherstellung des beschädigten Schutzwegs sei bereits in Auftrag gegeben worden. „Liebe bleibt stärker als Hass“, erklärte Schwentner.

Reaktionen aus der Politik

Auch die SPÖ-Gemeinderätin Anna Robosch reagierte auf den Vorfall. „Dieser Hass wird uns nicht stoppen“, sagte sie. Aus ihrer Sicht reiht sich die Tat in ein zunehmendes Klima der Feindseligkeit gegenüber der queeren Community ein.

Kritik äußerte auch der NEOS-Gemeinderat und Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl, Philipp Pointner. „Dass ein erst vor wenigen Tagen im Pride-Month gesetztes Zeichen für Offenheit einfach übersprüht wird, ist schockierend und nicht zu akzeptieren“, sagte er und bezeichnete den Vorfall als Ausdruck von Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie.

Zeitgleich mit dem Schutzweg vor der Universität wurden auch weitere Regenbogenzebrastreifen in Graz umgesetzt. So erhielt beispielsweise die Pädagogische Hochschule am Hasnerplatz einen entsprechenden Schutzweg. Zudem wurde der vor fünf Jahren gestaltete Regenbogenzebrastreifen beim Grazer Kunsthaus erneuert.

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