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CSD in Graz und Linz: Tausende demonstrieren trotz extremer Hitze für gleiche Rechte

Trotz extremer Hitze beteiligten sich am Wochenende zehntausende Menschen an den Prides in Graz und Linz. Die Veranstaltungen standen im Zeichen von Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und dem Kampf gegen Diskriminierung.

Bei hochsommerlichen Temperaturen gingen am Wochenende in Graz und Linz insgesamt mehr als 20.000 Menschen für die Rechte der queeren Community auf die Straße. Während der CSD Graz von rund 13.000 Personen besucht wurde, nahmen an der linzpride mehr als 10.000 Menschen teil. Beide Veranstaltungen verbanden politische Botschaften mit einem bunten Rahmenprogramm und setzten ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung.

Graz setzt auf Sichtbarkeit und Gemeinschaft

Der CSD Graz startete in der Wilhelm-Fischer-Allee im Stadtpark und führte über den Joanneumring, die Herrengasse, den Hauptplatz und die Annenstraße bis in den Volksgarten. Dort wurde das Parkfest mit Musik, Kulinarik, Informationsständen und Auftritten regionaler Künstler:innen fortgesetzt. Auch ein Familienbereich sowie zahlreiche Angebote von Vereinen und Organisationen standen den Besucher:innen offen.

Die angekündigten Temperaturen von bis zu 37 Grad beeinflussten den Ablauf der Veranstaltung. So wurden die Reden bereits vor Beginn der Parade im schattigen Stadtpark abgehalten. Entlang der Strecke sorgten Trinkwasserstationen, öffentliche Brunnen sowie Sanitäts- und Betreuungsteams für Unterstützung. Im Volksgarten standen zusätzlich Ambulanz- und Sanitätsdienste bereit.

Persönliche Geschichten und politische Botschaften

Für viele Teilnehmende stand neben dem Feiern auch das sichtbare Eintreten für gleiche Rechte im Mittelpunkt. Phillip aus Wien sieht in Pride-Paraden eine wichtige gesellschaftliche Funktion. „Sie sind so etwas wie ein Mittelfinger in das Gesicht einer konservativen Gesellschaft. Sie zeigt: Wir sind da, wir sind viele und wenn es darauf ankommt, können wir uns formieren“, erklärte er der „Kleinen Zeitung“.

Einen Tag vor der Grazer Gemeinderatswahl verteilten auch mehrere Parteien entlang der Strecke Informationsmaterial. Die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) sagte: „In Graz ist Liebe immer noch größer als Hass. Danke an alle, die heute ein starkes Zeichen gesetzt haben: für Vielfalt, für Liebe und gegen Hass, zunehmende Ausgrenzung und Anfeindungen.“

LinzPride mit klaren Forderungen

Auch in Linz führte die Pride trotz Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius tausende Menschen durch die Innenstadt. Die Demonstration startete um 14 Uhr im Volksgarten und zog über die Landstraße. In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Dietmar Prammer, dass in Linz kein Platz für Ausgrenzung und Diskriminierung sei. „In einer solidarischen Gesellschaft muss Platz für alle Menschen sein“, sagte er.

Zahlreiche Vertreter:innen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik begleiteten die Veranstaltung und richteten Grußworte an die Teilnehmenden. Anschließend zog die Parade durch das Stadtzentrum.

Forderungen nach mehr Gleichstellung

Michael Müller, Sprecher der HOSI Linz, zeigte sich von der hohen Beteiligung beeindruckt. „Ein Wahnsinn! Trotz dieser unmenschlichen Hitze so viele Teilnehmer*innen! Die Forderungen nach einem Verbot nicht notwendiger Operationen an intergeschlechtlichen Kindern, nach einem Ende von Konversionstherapien sowie nach einer freien und selbstbestimmten Personenstandsänderung ohne diskriminierende Hürden sind den Menschen eben nicht egal“, sagte Müller.

Darüber hinaus verwies er auf weitere Anliegen, wie einen Nationalen Aktionsplan gegen Hassverbrechen und einen umfassenderen Diskriminierungsschutz. Er bedankte sich außerdem bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie bei der Stadt Linz für die Unterstützung bei den Hitzeschutzmaßnahmen.

Die linzpride endete mit einem Infomarkt und einem DJ-Programm am OK-Platz sowie der Pride Night im Mediendeck des Offenen Kulturhauses. In Graz klang der Tag mit dem großen Parkfest im Volksgarten aus. Beide Veranstaltungen machten deutlich, dass Pride-Paraden in den Landeshauptstädten für viele Menschen sowohl ein Fest der Vielfalt als auch eine Plattform für politische Forderungen und persönliche Sichtbarkeit sind.

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