Olympia kostet. Und zwar weit mehr, als viele glauben. Weil Fördergelder für viele Sportlerinnen und Sportler nicht reichen, finanzieren die Brüder Kurts Adams und Klass Francisks Rozentals ihren Traum auf ungewöhnliche Weise: mit einem OnlyFans-Account.
Hohe Kosten für den Traum von Olympia
Den Sportlern zufolge kostet ein kompletter olympischer Vierjahreszyklus im Kanuslalom bis zu 180.000 Pfund (etwa 211.000 Euro). Für den 20-jährigen Klass Francisks Rozentals ist klar: Klassische Nebenjobs hätten sich kaum mit dem Trainingsaufwand vereinbaren lassen. Er habe unter anderem als Barkeeper und auf Baustellen gearbeitet, dabei jedoch nicht genügend Zeit für das tägliche Training gefunden, erklärte er auf Instagram. „Man muss sich zwischen finanzieller Stabilität und Olympia entscheiden“, macht er deutlich.
Sein Bruder Kurts Adams Rozentals erhielt von Paddle UK zum Beispiel eine jährliche Förderung von 16.000 Pfund, etwa 19.000 Euro. Über OnlyFans verdiente er jedoch innerhalb weniger Monate mehr als 100.000 Pfund (117.000 Euro). Dank dieser Einnahmen kann er seinen sportlichen Traum inzwischen finanzieren.
Für Kurts Adams Rozentals hatte die Entscheidung jedoch sportliche Konsequenzen. Im Herbst 2025 sprach Paddle UK eine zweijährige Sperre gegen den Athleten aus. Der Verband betonte, dass diese Maßnahme nicht grundsätzlich mit seinem OnlyFans-Konto in Zusammenhang stehe. Ausschlaggebend seien „Verstöße gegen den Verhaltenskodex“ gewesen – konkret ein Instagram-Video mit angeblich sexuellem Inhalt, das den Kanusport in „ernsthaften Misskredit“ gebracht habe.
Das Video sei provokant, aber nicht explizit
Etwas, das der ältere Bruder nicht nachvollziehen kann. Gegenüber Sky News sagte Kurts Adams Rozentals, das beanstandete Video sei zwar provokant, jedoch nicht explizit gewesen. Außerdem sei es nicht von Instagram entfernt worden. Die zweijährige Sperre sei unverhältnismäßig – auch, wenn seine Inhalte nicht dem öffentlichen Bild entsprächen, das Paddle UK von seinen Athleten erwarte.
Der Fall seines Bruders blieb auch für Klass Francisks Rozentals nicht ohne Folgen. Der 20-Jährige möchte vermeiden, selbst in einen ähnlichen Konflikt mit Paddle UK zu geraten. Deshalb hat er sich entschieden, künftig nicht mehr für Großbritannien, sondern für Lettland anzutreten – das Heimatland seiner Familie.
Konsequenzen aus dem Fall des Bruders
An seiner Entscheidung, seine Sportkarriere ebenfalls über OnlyFans mitzufinanzieren, hält Klass fest. Anders als sein Bruder zog er jedoch frühzeitig die Konsequenzen aus dem Streit mit dem britischen Verband. Mit dem Verbandswechsel will er das Risiko verringern, wegen seiner Nebentätigkeit sportliche Nachteile befürchten zu müssen.
Auf Instagram erklärte er, OnlyFans ermögliche ihm erstmals, sich vollständig auf den Sport zu konzentrieren und seinen Olympia-Traum weiterzuverfolgen.
Mit seinem Schritt ist Klass Francisks Rozentals nicht allein. OnlyFans wird inzwischen von mehreren bekannten Olympiateilnehmern genutzt. Auch britische Wasserspringer wie Jack Laugher, Noah Williams oder Matty Lee betreiben kostenpflichtige Accounts. Anders als im Fall von Kurts Adams Rozentals führten diese Aktivitäten bislang jedoch nicht zu Sperren.



