Monatelang war es ruhig um die Frage, ob „Jodies Fuxteufelswild-Jausn-Hüttn” auch dieses Jahr wieder Teil des Aufsteirerns sein wird, dem größten Volkskulturfest Österreichs, das jedes Jahr im September in der Grazer Innenstadt stattfindet. Nun haben die RosaLila PantherInnen (RLP) bekanntgegeben: Diesen September wird es die Hütte nicht mehr geben. Dies sei bereits seit ein paar Monaten bekannt, teilte der Verein in einer aktuellen Stellungnahme mit.
Warum es heuer keinen Platz für die Hütte gibt, bleibt offen. „Wir bedauern das sehr”, heißt es lediglich von den RLP. Die Hütte, die im vergangenen Jahr mit rosa Dirndlstoffen und bunten Blumen liebevoll geschmückt war, war ein echter Publikumsmagnet und beliebtes Fotomotiv. Vor allem war sie aber ein Ort der Begegnung, an dem Menschen verschiedenster Generationen und politischer Überzeugungen zusammengekommen sind.
Vor einem Jahr sorgte ein Machtwort des Landeshauptmanns für Wirbel
Dass die Hütte in diesem Jahr fehlt, ist allerdings wenig überraschend, da Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) bereits im letzten Jahr wenig Freude mit der Teilnahme der RosaLila PantherInnen e. V. hatte. Er hatte dem Verein „gesellschaftspolitische Provokationen” unterstellt und den volkskulturellen Mehrwert der Hütte infrage gestellt. Erst nach einem Gespräch zwischen dem Land Steiermark, dem Veranstalter Ivents und dem RLP-Vereinsobmann Joe Niedermayer wurde eine Einigung erzielt, die den Auftritt schließlich ermöglichte.
Niedermayer betonte damals gegenüber dem ORF Steiermark, es sei nie um gesellschaftspolitische Provokation gegangen: „Unser Ziel ist es, Geld für unseren Vereinszweck zu sammeln – für Gleichstellung und gegen Diskriminierung.” Man habe sich darauf geeinigt, dass der „Markenkern” des Aufsteirerns unangetastet bleibe – der Auftritt der RosaLila PantherInnen beschränkte sich in der Folge konsequent auf steirische Spezialitäten wie Bratlfettnbrot, Bier, Wein und Liköre sowie auf Dirndl und Lederhosen.
Eine vergleichbare Einigung gibt es heuer nicht
Zu den Hintergründen der diesjährigen Absage gibt es weder Informationen über ein neuerliches Gespräch noch eine öffentliche Stellungnahme des Landes oder des Veranstalters. Der Verein selbst verweist lediglich darauf, dass „es heuer keinen Platz” für die Hütte gebe, ohne die Verantwortung dafür näher zu benennen.
„Unsere Hütte wurde von Vertreter:innen aller politischen Parteien besucht – wenn man Gerald Grosz zur FPÖ dazuzählt“, sagte Niedermayer im Vorjahr und fügte hinzu: „Ein Volkskulturfest darf kein Platz für politischen Hickhack sein, für Menschenwürde aber sehr wohl.“
Ein bitteres politisches Geschmäckle
Dass jene Partei, die den Auftritt der RosaLila PantherInnen im Vorjahr öffentlich infrage gestellt hatte, mit dem Landeshauptmann die steirische Landesregierung anführt, verleiht der diesjährigen Absage eine bittere politische Note – auch wenn eine offizielle Erklärung dafür aussteht.
Der Verein selbst betont, trotz allem mit Dankbarkeit auf ein „wunderschönes Fest und viele besondere Begegnungen” im Vorjahr zurückzublicken. Ob es im nächsten Jahr eine Rückkehr der Hütte geben könnte, ließ der Verein offen.

