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Meta sperrt Social-Media-Konten mehrerer queerer Lokale in Australien

Innerhalb weniger Wochen haben mehrere bekannte queere Locations in Sydney und Melbourne ihre Facebook- und Instagram-Konten verloren. Die Betreiber vermuten, dass es sich um ein gezieltes Vorgehen gegen queere Einrichtungen handelt.

In Australien sorgt eine Entscheidung des US-amerikanischen Konzerns Meta für Aufregung. In den vergangenen Wochen wurden die Facebook- und Instagram-Konten mehrerer queerer Veranstaltungsorte in Sydney und Melbourne gesperrt oder vollständig gelöscht. Zu den Betroffenen zählen das „Laird Hotel”, „The 86” und „UBQ” in Melbourne sowie „Palms on Oxford” und „Tribe @ 231” in Sydney.

Die Betreiber:innen erhielten meist nur den Hinweis, „gegen die Gemeinschaftsstandards” der jeweiligen Plattform verstoßen zu haben. Welche Inhalte konkret beanstandet wurden, hat Meta jedoch nicht erklärt.

Mehrere Sperren innerhalb kurzer Zeit

Besonders auffällig ist der zeitliche Zusammenhang der Sperrungen. Die Lokale „Palms on Oxford” und „Tribe @ 231” verloren am selben Mittwochabend innerhalb einer Stunde ihre Zugänge. Erst einen Tag zuvor hatten beide ihre Profile miteinander verknüpft und öffentlich darauf hingewiesen, dass sie sich zu 100 Prozent in queerem Besitz und Betrieb befänden.

Auch beim Veranstaltungsort „UBQ“ häuften sich die Probleme. Laut den Verantwortlichen markierte Meta sämtliche wöchentlichen Veranstaltungshinweise als unzulässig. Als möglicher gemeinsamer Nenner blieb lediglich der Slogan „Be here, be queer“. Beim traditionsreichen „Laird Hotel“ wurden nach sieben Einsprüchen zwar Teile der Facebook-Präsenz wiederhergestellt, das Instagram-Konto blieb jedoch dauerhaft deaktiviert.

Betreiber kritisieren fehlende Transparenz

Die betroffenen Unternehmen erhalten kaum nachvollziehbare Erklärungen. Michael Lewis, Geschäftsführer von „Palms on Oxford“ und „Tribe @ 231“, kritisiert den Umgang des Konzerns deutlich. „Man bekommt eine E-Mail, in der mitgeteilt wird, dass man etwas falsch gemacht habe. Was genau das gewesen sein soll, erfährt man jedoch nicht“, erklärte er dem Online-Medium QNews. Den gesamten Vorgang bezeichnete er als „offene Schikane“ und „einfach nur beschämend“.

Andere Betreiber berichten von wechselnden und teils widersprüchlichen Begründungen. So wurden Konten unter anderem wegen angeblicher Verstöße im Zusammenhang mit „Ausbeutung von Menschen“, „Drogen und Waffen“ oder ähnlichen Kategorien überprüft. Laut den Verantwortlichen enthielten die beanstandeten Beiträge jedoch ausschließlich Veranstaltungshinweise, Öffnungszeiten oder Informationen über die Lokale.

Große wirtschaftliche Auswirkungen

Für viele der betroffenen Betriebe sind Facebook und Instagram die wichtigsten Kanäle, um Gäste über Veranstaltungen und Angebote zu informieren. Fällt dieser direkte Kontakt weg, kann das erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Mitchell, der bei „UBQ” für die sozialen Medien verantwortlich ist, berichtet, dass inzwischen parallel an einer überarbeiteten Website und einem Newsletter gearbeitet wird. Das Ziel besteht darin, künftig unabhängiger von sozialen Netzwerken zu werden. Ähnliche Maßnahmen ergreifen inzwischen auch andere Lokale.

Anthony, der das Cabaret- und Burlesque-Lokal „The 86” in Melbourne betreibt, verweist darauf, dass Meta über Jahre hinweg zum wichtigsten Vermarktungspartner geworden sei. Gleichzeitig habe das Unternehmen ohne nachvollziehbare Begründung den Zugang zu genau den Werkzeugen gesperrt, für deren Nutzung regelmäßig bezahlt wurde.

Kritik reicht über Australien hinaus

Diese Vorfälle sind kein Einzelfall. Bereits seit Ende 2025 berichten queere Kreative, Veranstalter:innen, Community-Gruppen und weitere Organisationen von ähnlichen Kontosperren. Einige Profile konnten nach Einsprüchen wiederhergestellt werden, viele blieben jedoch dauerhaft deaktiviert.

Auch international wächst der Druck auf Meta. So reichte im Mai 2026 ein Zusammenschluss niederländischer LGBTIQ+-Organisationen gemeinsam mit Digitalrechtsgruppen rechtliche Schritte gegen den Konzern ein. Anlass waren ebenfalls zahlreiche Sperrungen von Konten queerer Organisationen und Unternehmen.

Während Meta bislang keine detaillierte öffentliche Erklärung zu den konkreten Fällen abgegeben hat, setzen viele der betroffenen Betriebe inzwischen verstärkt auf eigene Webseiten, Newsletter und alternative Kommunikationswege. Damit wollen sie sicherstellen, dass sie ihre Gäste auch dann erreichen können, wenn der Zugang zu sozialen Netzwerken kurzfristig eingeschränkt oder vollständig gesperrt wird.

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