HomeNewsChronikNorovirus-Ausbruch bei queerem Festival: Zahlreiche Magen-Darm-Erkrankungen

Norovirus-Ausbruch bei queerem Festival: Zahlreiche Magen-Darm-Erkrankungen

Beim queeren Musikfestival „Whole“ in Ferropolis bei Gräfenhainichen sind zahlreiche Besucherinnen und Besucher an einer Magen-Darm-Erkrankung erkrankt. Das Gesundheitsamt hat Noroviren nachgewiesen und untersucht die Ursache des Ausbruchs.

Beim queeren Musikfestival „Whole“ im Ferropolis bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt kam es zu einem Norovirus-Ausbruch. Das Gesundheitsamt des Landkreises Wittenberg hat den Erreger in zwei Proben von erkrankten Festivalgästen bestätigt. Nach Angaben der Behörde deuten die bisherigen Erkenntnisse darauf hin, dass sich das Virus vor allem von Mensch zu Mensch verbreitet hat.

Behörden stellten Hygienemängel fest

Während der Veranstaltung stand das Gesundheitsamt in engem Austausch mit den Organisator:innen. Um die Ausbreitung einzudämmen, wurden mögliche Infektionsquellen gesucht und es wurden verstärkte Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie eine bessere Ausstattung der Sanitärbereiche und Handwaschgelegenheiten umgesetzt.

Bei Kontrollen auf dem Festivalgelände stellten die Behörden zudem Hygienemängel fest. Unter anderem seien Lebensmittel nicht ausreichend vor möglichen Verunreinigungen geschützt gewesen. Die erforderlichen Maßnahmen wurden laut Landkreis umgehend veranlasst.

Bereits während der Aufbauphase hatten mehrere Crewmitglieder Magen-Darm-Symptome entwickelt. Laboruntersuchungen bestätigten auch bei ihnen Norovirus-Infektionen. Laut Medienberichten klagten am ersten Festivaltag rund 60 Besucher:innen über Durchfall und Erbrechen.

Mehr als 12.000 Menschen nahmen teil

Das sexpositive Whole-Festival, das auch als „United Queer Festival“ bekannt ist, findet seit 2017 in der Industriekulisse von Ferropolis statt. Es wird von queeren Berliner Partykollektiven organisiert und zählt zu den bedeutendsten Festivals für queere Clubkultur in Europa. Auf dem Programm stehen elektronische Musik, Performances, Workshops und Installationen. Bis zum Festivalende am 20. Juli wurden mehr als 12.000 Besucherinnen und Besucher erwartet.

Trotzdem wurde die Veranstaltung wie geplant fortgesetzt. Die Organisator:innen verschärften während des Festivals die Hygienemaßnahmen. So wurden Sanitäranlagen und häufig berührte Flächen häufiger gereinigt und desinfiziert und zusätzliche Desinfektionsspender aufgestellt. Laut den Veranstalter:innen waren sowohl das Trinkwasser als auch der Badesee überprüft worden und galten als gesundheitlich unbedenklich.

Gesundheitsamt bittet Erkrankte um Meldung

Das Gesundheitsamt hatte die Festivalbesucher während der Veranstaltung aufgefordert, auf gründliche Handhygiene zu achten und gemeinsam genutzte Trinkflaschen, Besteck oder Lebensmittel zu meiden. Personen mit Symptomen sollten das Festival verlassen und den Kontakt zu anderen Menschen auch nach dem Abklingen der Beschwerden noch mindestens 48 Stunden lang möglichst einschränken.

Auch nach dem Ende des Festivals bittet das Gesundheitsamt alle Personen, die während oder unmittelbar nach der Veranstaltung an einer Magen-Darm-Erkrankung erkrankten, sich per E-Mail unter infektionshygiene@landkreis-wittenberg.de zu melden. Nach Möglichkeit sollen der Zeitpunkt des Erkrankungsbeginns, die wichtigsten Symptome sowie der Zeitraum des Aufenthalts auf dem Festivalgelände angegeben werden. Diese Informationen sollen dabei helfen, das Ausbruchsgeschehen weiter aufzuklären.

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