HomeNewsChronikBekennervideo auf Handy des mutmaßlichen CSD-Attentäters entdeckt

Bekennervideo auf Handy des mutmaßlichen CSD-Attentäters entdeckt

Die Bundesanwaltschaft hat bestätigt, dass auf dem Handy des mutmaßlichen Attentäters Abdul B. ein Bekennervideo gefunden wurde. Darin soll sich der 21-Jährige zum Anschlag im Berliner Tiergarten und zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ bekennen.

Die Ermittlungen zum Anschlag rund um den Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben eine neue Entwicklung genommen. Auf dem Mobiltelefon des mutmaßlichen Attentäters Abdul B. haben die Ermittler ein Bekennervideo gefunden. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. In dem Video ist die Person zwar vermummt, doch die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um den inzwischen verstorbenen 21-Jährigen handelt.

Bekennervideo auf Arabisch

Laut Angaben der Bundesanwaltschaft spricht der Mann in dem Video Arabisch. Er soll sich darin sowohl zu dem Anschlag im Tiergarten als auch zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bekennen. Weitere Einzelheiten zum Inhalt des Videos oder zu dessen Auswertung wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht bekannt geben. Die Ermittlungen dauern an.

Laut einem Bericht der Bild wurde das Video am vergangenen Samstag aufgenommen, also am Tag des Anschlags. Das Mobiltelefon, auf dem sich die Aufnahme befand, sei in dem weißen Kleinbus entdeckt worden, den der Mann genutzt haben soll.

Weitere Funde im Tatfahrzeug

Laut Bild fanden die Ermittler neben dem Handy auch eine Machetenscheide in dem Fahrzeug. Die dazugehörige Machete konnte bislang jedoch nicht sichergestellt werden. Nach bisherigen Erkenntnissen schließen die Ermittler nicht aus, dass der mutmaßliche Täter die Waffe während seiner Flucht entsorgt haben könnte.

Die sichergestellten Gegenstände werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Die Behörden erhoffen sich davon weitere Hinweise zum Ablauf der Tat sowie zur Vorbereitung des Anschlags.

Ermittler rekonstruieren Fluchtweg

Außerdem dürften die Ermittler mithilfe von Mantrailer-Hunden den Fluchtweg des mutmaßlichen Attentäters nachvollziehen können. Demzufolge flüchtete Abdul B. nach dem Anschlag zunächst über die Straße des 17. Juni. Von dort führte die Spur über den Platz des 18. März am Brandenburger Tor und den Friedrich-Ebert-Platz in Richtung Reichstag bis zum Bahnhof Friedrichstraße.

Auf dieser Strecke befanden sich unmittelbar nach der Tat noch Tausende Besucherinnen und Besucher des Christopher Street Day. Die Rekonstruktion des Fluchtwegs spielt deshalb eine wichtige Rolle bei den laufenden Ermittlungen und der Auswertung möglicher Zeugenaussagen sowie vorhandener Videoaufnahmen.

Fahrt nach Spandau

Abdul B. soll vom Bahnhof Friedrichstraße aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Zug bis nach Berlin-Spandau gefahren sein. Dort wurde er in einer Kleingartenanlage von der Polizei gestellt. Als er die Beamten bedrohte, wurde er erschossen. Auch dieser Abschnitt seiner Flucht wird nach Angaben der Ermittler weiterhin untersucht. Dabei werten die Behörden unter anderem Überwachungsvideos und weitere Spuren aus, um den genauen Ablauf lückenlos zu rekonstruieren.

Die Bundesanwaltschaft und die Ermittlungsbehörden haben bislang keine weiteren Details zu den laufenden Untersuchungen veröffentlicht.

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