Das Drama rund um die türkische Transgender-Frau Hande Ö. geht auch nach ihrem Tod weiter: Ihre Familie weigerte sich, die Leiche in ihre Heimat zu überstellen, damit sie dort beerdigt werden kann. Nun haben Transgender-Aktivisten die Kosten übernommen. Das berichtet die Tageszeitung „Österreich“.
Ihre Familie hat Hande O. verstoßen – und das auch über ihren tragischen Tod hinaus. Der Vater, der krebskrank sein soll, weigert sich, den Körper seines toten Kindes in die Heimat zurückzuholen. So haben österreichische Aktivisten und Freunde der lebenslustigen Transfrau Geld gesammelt, um Hande Ö. eine würdige letzte Ruhe zu bereiten – in ihrer Heimat und als Frau. Der Sarg wurde, mit einer Regenbogenflagge bedeckt, mittlerweile in ihre Heimatstadt Izmir überstellt, um die 35-Jährige dort zu beerdigen.
Die Transfrau war letztes Jahr aus der Türkei geflüchtet, weil sie dort Gewalt ausgesetzt war. Nach einem Aufenthalt im Flüchtlingslager Traiskirchen bekam sie eine kleine Wohnung in Wien. Da sie keine Arbeitsgenehmigung hatte, verdiente sie sich als Prostituierte etwas zur spärlichen Grundversorgung dazu.
Letzten Meldungen zufolge dürften die Beamten einen Fortschritt gemacht haben, was den Todeszeitpunkt betrifft. Demnach dürfte Hande O. am 20. Jänner gestorben sein. Ihre Leiche wurde erst fast zwei Wochen später gefunden. Die Gründe für ihre Ermordung sind unbekannt: Von einer Tat eines Freiers über ein Verbrechen im Beziehungsumfeld bis zu einem Raubmord ermittelt die Polizei in alle Richtungen.
Die Rosa Lila Villa ruft in diesem Zusammenhang am 14. Februar zu einer Demonstration gegen die „transphobe (Asyl-)Politik im Gedenken an Hande Ö.“ auf. „Menschen, die wie Hande vor trans- oder homophober Gewalt und Diskriminierung fliehen und in Österreich Sicherheit suchen, um selbstbestimmt hier leben zu können finden sich in einer prekären Situation wieder: Viele sind erneut mit Diskriminierung und Unverständnis durch Behörden, Berater, Sozialarbeitern und Mitbewohnern in Flüchtlingsunterkünften konfrontiert“, heißt es im Aufruf zur Demo. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr vor der Rosa Lila Villa.
Ihre Freunde wünschen sich vor allem eines: Dass man Hande als fröhliche Transfrau in Erinnerung behält – und ihren Mörder bald fasst.
