Der kanadische Alt-Right-Aktivist Jordan Peterson hat vor dem Obersten Gerichtshof des Landes eine juristische Niederlage erlitten: Die Richter:innen wiesen Petersons Antrag ab, über eine Anordnung des College of Psychologists of Ontario zu entscheiden.
Dieses ist die zuständige Berufsvertretung und hatte Peterson dazu verdonnert, nach einigen Zwischenfällen eine Schulung über das Verhalten in Soziale Medien zu absolvieren. Sonst könnte der Psychologe sein Recht zu praktizieren verlieren.
Ein Liebling der Alt-Right-Bewegung
Peterson wurde über die Grenzen Kanadas bekannt, weil er sich heftig gegen ein Gesetz für trans Rechte ausgesprochen hat, das die kanadische Regierung im Jahr 2017 verabschiedet hatte. In seinen Texten und Social-Media-Beiträgen äußert er sich häufig frauen- und transfeindlich.
Mit seinen Ansichten zu Männlichkeit und einer allgemeinen Ablehnung linker Themen wurde er schnell zu einem Liebling der Alt-Right-Bewegung. Doch abseits seiner Fanbubble sorgten die Beiträge eher für Verwunderung und Empörung.
Jordan Peterson stemmte sich gegen eine Social-Media-Nachschulung
Im Jahr 2022 stellte das College of Psychologists fest, dass seine Beiträge „erniedrigend“ sein könnten, seine Fähigkeiten als Psychologe in Frage stellten und den Berufsstand in Verruf bringen könnten. Es ordnete an, dass Peterson eine Schulung über Soziale Medien absolvieren müsse.
Jordan Peterson legte Rechtsmittel gegen diese Entscheidung ein, verlor aber in sämtlichen Instanzen. Der Oberste Gerichtshof gab keine Gründe an, warum er den Antrag abgewiesen hat. Peterson wurde zur Zahlung der Kosten verurteilt.
Nach einigen Tagen gab Peterson klein bei
In einer ersten Stellungnahme sagte der umstrittene Psychologe, dass er sich der Anordnung weiterhin widersetzen werde. Einige Tage später teilte sein Anwalt dem kanadischen Rundfunk CBC mit, dass sein Mandant an der Schulung teilnehmen werde.
Der Fall hat auch die kanadische Bürgerrechtsbewegung gespalten: Während die queere Interessenvertretung Eagle auf der Seite des Berufsverbandes war, argumentierte die Canadian Civil Liberties Union, dass – unabhängig vom Fall Peterson – kein Berufsverband Äußerungen sanktionieren solle, die nichts mit dem Beruf zu tun hätten.
Auch Pierre Polievre, der Vorsitzende der Konservativen, unterstützten Peterson. Auf X nannte er die Entscheidung des Berufsverbandes „Regierungsbürokratie, die einen Kanadier mit Berufsverbot droht, weil er politische Meinungen geäußert hat, die dem Staat nicht gefallen“ – obwohl der Verband keine staatliche Organisation ist. Polievre umwirbt mit seiner Partei die Alt-Right-Szene sowie rechtsextreme Gruppen in Kanada.

