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Fast jeder Dritte Romeo-User würde die FPÖ wählen

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Auch dieses Jahr hat die unter schwulen und bisexuellen Männern beliebte Dating-Plattform Romeo ihre User aus Österreich gebeten, ihnen zu verraten, welche Partei sie bei der Nationalratswahl am 29. September wählen würden. Nun sind die Ergebnisse dieser nicht repräsentativen Umfrage veröffentlicht worden.

Für die FPÖ stimmten 29,3 Prozent der befragten Romeo-User

Insgesamt 4.216 User haben zwischen 6. und 15. September die Gelegenheit genutzt – und das Ergebnis beunruhigt: Denn stärkste Partei wurde bei der Umfrage die einzige Partei, die sich aktiv gegen die Rechte sexueller Minderheiten stellt. Insgesamt 1.233 User, das sind 29,3 Prozent, wählten die FPÖ.

Dabei hat erst in der letzten Woche der oberösterreichische FPÖ-Kandidat Michael Gruber in einem Wahlkampf-Video eine Regenbogenflagge in den Mistkübel geworfen – und jammerte über „Regenbogen hier, Regenbogen da“, „linke, degenerierte Politik“ und vermeintliche „Frühsexualisierung unserer Kinder“. 

NEOS liegen deutlich vor den Grünen, SPÖ solide auf Platz 2

Auf Platz zwei liegt die SPÖ mit 20,6 Prozent – ein leichter Hoffnungsschimmer für den sozialdemokratischen Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner, der versucht, nach einer schlechten Platzierung auf der Bundesliste mit einer Vorzugsstimmenkampagne in den Nationalrat zu kommen.

Dahinter liegen mit 13,5 Prozent die NEOS. Das könnte auch am Einsatz des pinken LGBTI-Sprechers Yannick Shetty liegen: Er kritisiert immer wieder Gewalt von migrantischen Gruppen gegen sexuelle Minderheiten – innerhalb der Community-Aktivist:innen durchaus ein Nischenthema.

Besonders frustrierend dürfte das Ergebnis für die Grünen sein: Obwohl sie in der letzten Legislaturperiode der ÖVP einige Punkte wie die diskriminierungsfreie Blutspende, die Gratis-PrEP und eine Entschädigung für verurteilte Schwule abgerungen haben, wollen sie nur 10,6 Prozent der Romeo-User wählen.

ÖVP unter ferner liefen, KPÖ und Bierpartei wären im Nationalrat

Apropos ÖVP: Der Koalitionspartner der Grünen landet mit 9,7 Prozent nur auf Platz fünf der schwulen Stimmabgabe. Wenn es nach den Romeo-Usern geht, wären auch die KPÖ mit 6,7 Prozent und die Bierpartei mit 4,7 Prozent im nächsten Nationalrat. Weit abgeschlagen sind auch in dieser Zielgruppe KEINE und die Liste Madeleine Petrovic.

Romeo betont selbst, dass diese Umfrage nicht repräsentativ ist. „Dank unserer großen Reichweite und Teilnehmerzahl können wir aber zumindest Daten über die Interessen und Vorlieben der LGBTQ-Gemeinschaft sammeln“, so Romeo – das die User aber letztendlich mit den Zahlen alleine lässt. Man sehe sich als „unparteiische Botschafter unserer Nutzer“.

Die Plattform hofft, dass „unsere Daten zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen, Vorurteile abbauen und der LGBTQ-Stimme in der Politik mehr Gewicht verleihen“ – was bei diesem Ergebnis allerdings ein frommer Wunsch bleiben dürfte.

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