HomeNewsChronikJunger Pole in Münchner U-Bahn-Station vergewaltigt: Vier Jahre Haft für Afghanen

Junger Pole in Münchner U-Bahn-Station vergewaltigt: Vier Jahre Haft für Afghanen

Weil er einen Touristen aus Polen in einer U-Bahn-Station vergewaltigt haben soll, ist ein Afghane heute in München zu vier Jahren Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt worden.

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Weil er der Anklage zufolge am 19. August 2023 einen damals 18 Jahre alten Polen, der betrunken und wehrlos in einer U-Bahn-Station schlief, vierzig Minuten lang gequält und vergewaltigt hatte, musste sich ein heute 21-jähriger Afghane vor dem Landgericht München verantworten.

Der Angeklagte habe den 18-Jährigen „im Vorbeigehen“ missbraucht, sagt der Richter

Heute sprach das Gericht ein Urteil: Es verurteilte den 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht zu drei Jahren Haft. Damit folgte es der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Haftstrafe von sieben Jahren bei einer Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht und von vier Jahren im Falle einer Jugendstrafe gefordert hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verurteilte kann innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Das Opfer habe trotz seiner starken Alkoholisierung „durch nonverbales Verhalten“ deutlich gemacht, dass es nicht wollte, was der Angeklagte mit ihm gemacht habe, so der Vorsitzende Richter Michael Schönauer bei der Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe den 18-Jährigen gewissermaßen „im Vorbeigehen“ missbraucht, so der Richter. Das zeige eine „schwere charakterliche Fehlhaltung“.

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Der 21-Jährige nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, nahm der Angeklagte das Urteil „äußerlich völlig regungslos zur Kenntnis“. Sein Dolmetscher übersetzte für ihn. Er sitzt bereits seit seiner Festnahme in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim in Untersuchungshaft. Die Verteidigung des Mannes hatte nur auf Strafbarkeit wegen des Diebstahls eines Mobiltelefons plädiert, obwohl es auch DNS-Beweise für die Vergewaltigung gibt.

Der Fall hatte damals große Bestürzung ausgelöst: Der Tourist aus Polen hatte mit Freunden gefeiert und dabei zuviel getrunken. Gegen zwei Uhr früh wollte er in der U-Bahn-Station Max-Weber-Platz seinen Rausch ausschlafen, als der Angeklagte  in der Station aus der U-Bahn stieg.

Er habe den stark betrunkenen Polen eine Zeitlang beobachtet – und nachdem alle anderen Fahrgäste den Bahnsteig verlassen hatten, soll der Angeklagte den Wehrlosen gepackt haben, um in zu begrapschen, ihn auszuziehen und ihn zu vergewaltigen, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage.

Das Opfer hat mehrere Male versucht zu entkommen – und leidet bis heute

Das Opfer habe mehrere Male versucht, sich zu wehren und zu entkommen, was ihm aber aufgrund seiner Alkoholisierung nicht gelang. Mehr als vierzig Minuten dauerte das Martyrium des jungen Polen. Danach stahl der Afghane auch noch das Handy seines Opfers – wodurch er später geortet und gefasst werden konnte.

Der 18-jährige Pole leidet nach Angaben seines Rechtsvertreters Christos Perperidis bis heute unter der Tat. Was geschehen sei, könne er nicht vergessen.

Der Fall hatte auch in Polen hohe Wellen geschlagen. Die damalige nationalkonservative PiS-Regierung versuchte, im Wahlkampf politisches Kapital daraus zu schlagen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki wollte den Fall dafür nutzen, um die ablehnende Haltung seiner Regierung zur EU-Migrationspolitik zu unterstreichen.

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