Im Nationalrat der XXVIII. Gesetzgebungsperiode, der heute zum ersten Mal zusammengetreten ist, sind fünf offen schwule oder lesbische Abgeordnete vertreten: Nico Marchetti von der ÖVP, Mario Lindner von der SPÖ, David Stögmüller und Meri Dišoski von den Grünen und Yannick Shetty von den NEOS. Kein offen queerer Abgeordneter kommt von der FPÖ.
Damit ist die Zahl deutlich geringer als während der vergangenen Legislaturperiode. Nicht mehr dabei sind die Grüne Abgeordnete Faika El-Nagashi, die von der Wiener Landespartei an unwählbare Stelle gereiht wurde sowie Martina Kaufmann (ÖVP), Harald Troch (SPÖ) und Ewa Ernst-Dziedzic (Grüne), die aus der Spitzenpolitik ausscheiden.
Nico Marchetti (ÖVP)

Er scheint keine Vorliebe für den einfachen Weg zu haben: Nico Marchetti ist Obmann der ÖVP Favoriten – und versucht sich dort, gegen SPÖ und FPÖ durchzusetzen. Mit seinem Partner ist er nicht nur auf dem Regenbogenball zu sehen, sondern auch auf Parteiveranstaltungen. Außerdem ist Marchetti Gründungsmitglied der LGBTI-Intergroup im Parlament.
Mario Lindner (SPÖ)

Insgesamt 2.397 Vorzugsstimmen auf allen Ebenen hat Mario. Lindner, Bundesvorsitzender der queeren SPÖ-Gruppe SoHo, auf sich vereinen können. Mit Platz elf auf der Bundesliste war sein Einzug in den Nationalrat wacklig – letztendlich hat er ihn aber doch geschafft. In der letzten Legislaturperiode war der Steirer auch Gleichbehandlungssprecher der SPÖ im Parlament.
David Stögmüller (Grüne)

Als Experte für Transparenz und Korruptionsbekämpfung und kritischer Fragesteller bei den Untersuchungsausschüssen zu diesem Thema hat sich David Stögmüller einen Namen gemacht. Nach dem Ausscheiden der langjährigen LGBTIQ-Sprecherin Ewa Ernst-Dziedzic hat der gebürtige Oberösterreicher diesen Posten von ihr übernommen.
Meri Dišoski (Grüne)

Meri Dišoski sieht sich als „multilinguale Wienerin mit mazedonischen Wurzeln“. Von 2017 bis zu ihrem Einstieg in den Nationalrat im Jahr 2014 arbeitete sie für die rot-grüne Stadtregierung in Wien. Zu ihren Schwerpunkten zählen leistbare Mieten und eine klimafreundliche Politik – beispielsweise durch Förderung von CO2-neutraler Mobilität.
Yannick Shetty (NEOS)

Seine Karriere begann Yannick Shetty in der Jugendorganisation JUNOS, erste Sporen verdiente er sich 2017 als Spitzenkandidat bei den ÖH-Wahlen und Tiroler Wahlkampfkoordinator für die Nationalratswahl im gleichen Jahr. Seit 2019 sitzt er im Nationalrat, wo er sich unter anderem auch durch seine Arbeit iin den diesjährigen Korruptions-Untersuchungsausschüssen einen Namen gemacht hat. In der LGBTI-Arbeit ist einer seiner Schwerpunkte der Kampf gegen Homophobie bei Migrant:innen.

