In Südkorea haben elf gleichgeschlechtliche Paare eine standesamtliche Eintragung ihrer Ehen beantragt. Für die Betroffenen ist das der erste Schritt, um die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen.
Nun gehen elf betroffene Paare den Rechtsweg
Wie erwartet haben die zuständigen Standesämter die Anträge abgelehnt. Daraufhin beeinspruchten die Paare den negativen Bescheid bei den zuständigen Bezirksgerichten. Sie machten geltend, dass das derzeitige Gesetz, das gleichgeschlechtliche Ehen verbietet, ihre verfassungsmäßigen Rechte auf Gleichheit und dem Streben nach Glück verletzt.
Zu den Paaren, welche ihre Fälle nun vor Gericht bringen, gehören Kim Yong-min und So Sung-wook. Sie haben die Anfang des Jahres vor dem Obersten Gerichtshof einen Fall gewonnen, bei dem sie die Regierung dazu verpflichten wollten, gleichgeschlechtlichen Partnern Zugang zum Gesundheitssystem zu gewähren.
Auch in der Krankenversicherung sind gleichgeschlechtliche Paare in Südkorea nicht gleichgestellt
Die nationale Krankenversicherung lehnt Ansprüche gleichgeschlechtlicher Paare aber weiter ab und erklärt, dass es keine klaren rechtlichen Standards dafür gibt, was ein gleichgeschlechtliches Paar ausmacht.
In Südkorea gibt es keinen Rechtsrahmen für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare, und im Land fehlt ein landesweiter Diskriminierungsschutz für LGBTI-Personen. Auch die Gesetzgeber stehen den Rechten sexueller Minderheiten eher feindlich gegenüber. So wurde das Seoul Queer Culture Festival mehrfach von der Stadtverwaltung verboten.
Auch die Gerichte vertreten keine einheitliche Auffassung zu den Rechten sexueller Minderheiten. Sp schränkte der Oberste Gerichtshof im Jahr 2022 ein Gesetz, das Soldaten gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr verbot, stark ein. Dieses Urteil wurde aber ein Jahr darauf vom Verfassungsgericht aufgehoben.

