Am Montag stand ein 30 Jahre alter Mann gleich wegen mehrerer Delikte vor dem Wiener Landesgericht. So soll er unter anderem soll er eine trans Frau geschlagen und mehrere Tage gegen ihren Willen festgehalten haben.
Kein Führerschein, Auto nicht zugelassen – dann geriet der Mann in eine Verkehrskontrolle
Die Polizei wurde bei einer Verkehrskontrolle am 5. September gegen 21.30 Uhr auf den Mann aufmerksam: Anstatt anzuhalten gab der Mann Gas. Auf der filmreifen Flucht rammte er sogar ein Polizeiauto. Als er schließlich gestoppt werden konnte, stellte sich heraus: Der Mann hat keinen Führerschein, sein Auto keine Zulassung – das Kennzeichen stammte von einem anderen Auto.
Doch der Fokus der Verhandlung lag auf einem anderen Vorfall: Denn in seiner Wohnung in Wien-Favoriten soll der 30-Jährige eine 41 Jahre alte trans Frau geschlagen und tagelang gegen ihren Willen festgehalten haben. Kennengelernt haben sich die beiden im Juni über eine Dating-Plattform.
Das Opfer sagt, sie habe „dem Tod ins Auge geblickt“
Als Zeugin berichtet die Betroffene, sie habe „dem Tod ins Auge geblickt“. „Ich wollte gehen, doch er hinderte mich daran“, sagte sie. Insgesamt soll er sie drei Tage lang in seiner Wohnung festgehalten haben.
„Er wurde immer aggressiver und hat auf mein Gesicht und meinen Hinterkopf eingeschlagen. Ich war voller Blut, die Nase war gebrochen“, sagt sie vor Gericht. „Ich schrie vom Balkon um Hilfe, aber niemand half.“, erinnert sie sich.
Der Angeklagte soll der Frau auch die Bankomatkarte und den Code entlockt haben und dann das Konto seiner Internet-Bekanntschaft leer geräumt haben – in Summe nur 150 Euro.
„Es kam auch unter Zwang zum Sex“, sagt die 41-Jährige aus
„Es kam auch unter Zwang zum Sex“, gibt das Opfer vor Gericht an: „Ich war in Panik und hatte Angst vor Gewalt“. Irgendwann hatte der 30-Jährige vergessen, die Türe zuzusperren, und die trans Frau konnte entkommen, schildert sie.
„Noch heute habe ich Angst vor Männern mit dunklen Vollbärten“, wie sie der Angeklagte trägt, erzählt die 42-Jährige im Zeugenstand. Noch heute sei sie in psychologischer Behandlung.
Nun muss der Fall von einem Schöffengericht verhandelt werden
Vor Gericht gab der Mann zu Protokoll, unter Drogen gestanden zu sein. „Ich war unter Drogen. Ich habe vier Mal pro Woche Crystal Meth und Kokain genommen“, sagte er. Der Vorfall tue ihm leid. Weitere Angaben machte der Mann, der von Amir Ahmed vertreten wurde und für den die Unschuldsvermutung gilt, nicht.
Zu einem Urteil kommt es am Montag nicht: Weil das Opfer auch von sexuellen Übergriffen berichtet, dehnte die Staatsanwältin die Anklage aus. Und Sexualdelikte werden nicht vor einem Einzelrichter, sondern einem Schöffengericht verhandelt werden. Dem 30-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft wegen Vergewaltigung.

