In Berlin klickten für eine 59 Jahre alte Frau die Handschellen, nachdem sie durch homophobe und volksverhetzende Äußerungen in einem Bus aufgefallen war. Der Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag in einem Bus der Linie 110 in Richtung Am Wilden Eber.
Als die Frau mitbekam, dass sie gefilmt wurde, rastete sie aus
Eine 31 Jahre alte Frau bekam mit, dass in einem Gespräch zwischen der Festgenommenen und ihrem ein Jahr jüngeren Begleiter eine homophobe Äußerung gefallen sei. Daraufhin hat sich die Frau entschlossen, den weiteren Verlauf des Gesprächs mit ihrem Handy mitzufilmen.
Als die 59-Jährige bemerkte, dass sie gefilmt wird, beschimpfte sie die Frau, zeigte ihr den Mittelfinger und ließ „volksverhetzende Äußerungen zum Nachteil der 31-Jährigen“ vom Stapel, wie es im Polizeibericht heißt. Anschließend habe die Frau den Bus in Richtung Schweinfurthstraße verlassen.
Alarmierte Einsatzkräfte konnten die Frau festnehmen
Alarmierte Einsatzkräfte des Abschnitts 26 konnten die Frau wenig später schließlich festnehmen. Nach Feststellung ihrer Personalien wurde sie wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung hat, wie bei vermuteter Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts übernommen.
Doch auch für die 31-Jährige könnte die Busfahrt ein Nachspiel haben. Gegen sie wird der Polizei zufolge wegen des Verdachts der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ermittelt.
Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

