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Niederösterreich: Späte HIV-Diagnosen als „ländliches Problem“

Wenn es um die Zahl der HIV-Neudiagnosen geht, liegt Niederösterreich an der sechsten Stelle. Doch bei näherer Betrachtung gibt es einige Probleme bei der Versorgung HIV-postitiver Menschen in Österreichs größtem Bundesland.

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Insgesamt wurden in Österreich im letzten Jahr bei 401 Menschen der HI-Virus neu diagnostiziert. Niederösterreich liegt mir 28 Neudiagnosen auf dem sechsten Platz – hinter deutlich kleineren Bundesländern wie Tirol oder Salzburg. Doch das liegt auch daran, dass viele Niederösterreicher:innen sich in Wien testen lassen. 

Erst seit einem Jahr gibt es kostenlose und anonyme HIV-Tests in Niederösterreich

Denn kostenlose und anonyme HIV-Tests gibt es erst seit einem Jahr in Niederösterreich – dieses Angebot wurde oft in Wien genutzt. Das sorge bis heute für ein unsaubere Datenlage und regionale Unterschiede im Land, so Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig von der SPÖ. So würden HIV-Infektionen in Wien tendenziell früher entdeckt als in entfernteren Regionen Niederösterreichs.

Für die Betroffenen hat das oft schwerwiegende Folgen. Denn auch in Niederösterreich erfahren viele Betroffene erst dann von ihrer Infektion, wenn bereits die Krankheit Aids ausgebrochen sei – was die Behandlung deutlich erschwert. Die späten Diagnosen seien „vor allem ein ländliches Phänomen“, so Königsberger-Ludwig. Betroffen seien überdurchschnittlich oft Männer, die älter als 50 Jahre sind.

Überdurchschnittlich oft sind Männer über 50 betroffen

Wenn eine HIV-Infektion früh genug erkannt und behandelt wird, haben Betroffene allerdings praktisch keine Einschränkungen im Alltag und eine normale Lebenserwartung – auch, wenn die Infektion nicht geheilt werden kann und eine lebenslange Einnahme von Medikamenten notwendig ist.

Um HIV-Infektionen rechtzeitig zu entdecken und mit einer rechtzeitigen Behandlung die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern, bietet das Land Niederösterreich seit einem Jahr kostenlose und anonyme Antikörper- und Schnelltests an. Gegen eine Infektion schützt die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), die in Österreich von der Krankenkasse bezahlt wird.

Diese Tests finden im Bus für sexuelle Gesundheit statt. Dieser hat dieses Jahr in St. Pölten, Amstetten, Zwettl, Wiener Neustadt und Mistelbach Station gemacht. Das Interesse an dem Angebot war teilweise hoch, teilweise aber niedrig, berichtet der ORF Niederösterreich . Deshalb werde es aktuell evaluiert, soll 2025 aber fortgeführt werden.

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