HomeSportFußball"Aus religiösen Gründen": Ipswitch-Kapitän Sam Morsy verzichtet auf Regenbogenbinde

„Aus religiösen Gründen“: Ipswitch-Kapitän Sam Morsy verzichtet auf Regenbogenbinde

Für Diskussionen in der englischen Premier League sorgen derzeit Sam Morsy, der Kapitän von Ipswich Town, und Marc Guehi, der Kapitän von Crystal Palace. Sie haben ihren Widerstand gegen eine Regenbogen-Kapitänsbinde zum Ausdruck gebracht. Der eine etwas geschickter, der andere ziemlich brachial.

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Die englische Premier League stand am letzten Wochenende ganz im Zeichen der Kampagne „Rainbow Laces“: Um ein Zeichen gegen Homophobie im Sport zu setzen, wurden die Kapitäne dazu angehalten, mit Regenbogen-Binden einzulaufen. Einige Spieler und Schiedsrichter trugen Regenbogen-Schuhbänder, es gab auch Pride-Eckfahnen.

Morsy weigert sich aus „religiösen Gründen“, und sein Verein will es allen recht machen

Doch zwei Kapitäne scherten aus: Sam Morsy von Ipswich Town, und Marc Guehi von Crystal Palace. Beide erklärten ihr Verhalten mit ihrem Glauben. Ipswitch-Kapitän Sam Morsy, ein gläubiger Muslim, hat sich etwa aus „religiösen Gründen“ geweigert, die Regenbogen-Binde beim Spiel gegen Nottingham zu tragen. 

Sein Verein hat erklärt, die Entscheidung seines Kapitäns zu respektieren, betonte aber gleichzeitig sein Engagement für die LGBTI-Community und die Unterstützung für die „Rainbow Laces“-Kampagne. „Wir werden weiterhin an einem Umfeld arbeiten, in dem alle geschätzt und respektiert werden, sowohl auf als auch abseits des Spielfelds“, heißt es in einer Aussendung des Vereins.

Sonst scheint Morsy seine religiösen Prinzipien aber durchaus pragmatischer zu sehen: So hat der in Großbritannien geborene Mittelfeldspieler mit ägyptischen Wurzeln das Verbot von Glücksspiel um Geld offenbar „vergessen“, als er in Middlesbrough das Logo eines Wettanbieters auf der Brust trug.

Guehi fügt der Regenbogenbinde etwas hinzu – was verboten sein könnte

Etwas geschickter war Marc Guehi, der Kapitän von Crystal Palace. Der gläubige Christ von der Elfenbeinküste trug zwar die Regenbogen-Binde, schrieb aber mit einem dicken schwarzen Stift „I love Jesus“ darauf. Eine Botschaft, die trotzdem verstörte – schließlich werden sexuelle Minderheiten in Afrika oft im Namen des Glaubens diskriminiert und ausgegrenzt.

Auch das könnte ihm nun eine Strafe des englischen Fußballverbands bescheren. Zwar seien an Spezial-Spieltagen wie dem vorigen eine Reihe von Slogans und Emblemen erlaubt, verboten sind aber „politische, religiöse und persönliche“ Statements.

Die Aktion gibt es seit acht Jahren – doch Widerstand gegen die Regenbogen-Binden gibt es erst seit kurzem: Im letzten Jahr hatte sich Anel Ahmedhodžić, damals Kapitän von Sheffield United, hatte sich als erster geweigert, die Regenbogenbinde zu tragen. Eine Erklärung dazu gab der in Malmö geborene bosnische Nationalspieler nicht ab.

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