Fox-News-Moderator Pete Hegseth, der unter Donald Trump Verteidigungsminister werden soll, hat ein Problem mit gleichgeschlechtlich liebenden Menschen in den US-Streitkräften. In einer Radiosendung sagte er, Lesben und Schwule in der US-Armee seien Teil einer „marxistischen Agenda“, die die Stärke der US-Streitkräfte gefährde.
Diese Äußerungen machte Hegseth im Juni in der Ben Shapiro Show. Dabei kritisierte erer eine Werbekampagne der Armee, die ein lesbisches Paar zeigte. Der Moderator sagte, dass diese Kampagne ein Beispiel für „Social Engineering“ sei, das „das Werk von Linken und Marxisten“ sei.
Kritik an der Integration sexueller Minderheiten im Militär
Hegseth sieht in der Abschaffung der „Don’t Ask, Don’t Tell“-Regelung (DADT) unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama einen Teil einer „woken Agenda“, die das Militär schwäche. Das hat er auch in seinem Buch „The War on Warriors“ geschrieben.
Während er zunächst die Abschaffung von DADT unterstützt hatte, erklärte er später, dass er diese Entscheidung nun bedauere. „Die Linke gibt nie einen Zentimeter nach, sie nimmt immer einen Meilenstein“, so der wahrscheinlich künftige US-Verteidigungsminister.
Auch Frauen in Kampfeinheiten und trans Menschen in der Armee gefallen ihm nicht. Solche Maßnahmen würden die militärische Effizienz und die nationale Sicherheit gefährden, so Hegseth. Als Moderator des Fernsehsenders Fox News sagte er mehrfach, dass die Streitkräfte unter Barack Obama mehr Wert auf „soziale Experimente“ als auf ihre eigentliche Kampfbereitschaft gelegt hätten.
Vorwürfe und Kritik an Hegseths Verhalten
Doch es sind nicht nur solche Äußerungen, die Zweifel an Hegseths Eignung als US-Verteidigungsminister aufkommen lassen. Eine Frau beschuldigte ihn 2017, sie bei einer Veranstaltung der Republikaner sexuell belästigt zu haben. Laut der Staatsanwaltschaft von Monterey County wurde keine Anklage erhoben, da der Vorfall nicht zweifelsfrei bewiesen werden konnte.
Auch Berichte über Hegseths angeblichen Alkoholkonsum während seiner Zeit bei Fox News werfen Fragen auf. Mehrere Kolleg:innen äußerten sich besorgt, da er mehrfach vor Live-Sendungen nach Alkohol gerochen haben soll. Ein Sprecher des Trump-Teams bezeichnete die Vorwürfe als „unbegründet“.
Umstrittene Pläne zur Privatisierung des Veteranendienstes
Neben seiner Kritik an LGBTI-Themen sprach sich Hegseth einem Bericht des Rolling Stone zufolge auch für die Privatisierung des Department of Veterans Affairs aus. Diese Behörde bietet Gesundheitsdienste für ehemalige Militärangehörige an, darunter auch geschlechtsangleichende Behandlungen für trans Soldat:innen. Kritiker:innen warnen, dass eine Privatisierung diese wichtigen Leistungen gefährden könnte.
Ob Hegseth tatsächlich Verteidigungsminister wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass er schon jetzt eine polarisierende Figur ist, deren Aussagen und Verhalten für heftige Diskussionen sorgen.

