Nach Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz hat nun auch Liechtenstein die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Damit können schwule und lesbische Paare in fast allen Ländern, in denen Deutsch Amtssprache ist, heiraten – die einzige Ausnahme ist noch Italien.
Der Antrag auf Ehe-Öffnung wurde in Liechtenstein mit überwältigender Mehrheit angenommen
Beschlossen hat der Liechtensteiner Landtag die Ehe-Öffnung Ende Juni 2024 mit überwältigender Mehrheit. Von den 25 Abgeordneten stimmten 24 dafür – dagegen war nur Herbert Elkuch von der rechtspopulistischen Partei „Demokraten pro Liechtenstein“ (DpL).
Die Gesetzesänderung war von drei der vier im Landtag vertretenen Parteien angestoßen worden. Das konservative Fürstenhaus hat kein Veto gegen das Gesetz eingelegt – was auch an der großen Unterstützung für die Ehe-Öffnung durch die Regierung gelegen haben dürfte.
Wichtigster Einfluss war die Öffnung der Ehe in der Schweiz
Spätestens mit der Öffnung der Ehe in der Schweiz habe man auch in Liechtenstein „den Druck und die Erwartung gespürt, dass man als letztes deutschsprachiges Land die Ehe für alle einführen soll“, erklärte Daniel Seger, Klubchef der Fortschrittlichen Bürgerpartei und ehemaliger Vorsitzender des Vereins Schwule und Lesben Liechtenstein und Rheintal (FLAY), bei der ersten Abstimmung.
Die 2011 eingeführten Eingetragenen Partnerschaften können nun in dem knapp 40.000 Einwohner:innen zählenden Fürstentum nicht mehr begründet werden, bestehende werden aber weitergeführt. Außerdem haben Paare, die bereits in einer Eingetragenen Partnerschaft leben, die Möglichkeit, diese in eine Ehe umzuwandeln. Im Adoptionsrecht sind homo- und heterosexuelle Paare in Liechtenstein bereits seit 2022 gleichgestellt.

