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Klaus Wowereit spricht über den Tod seines Mannes: „Mir fehlt der vertraute Mensch“

In einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ gibt Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit Einblicke in sein Leben nach dem Tod seines langjährigen Lebensgefährten. Der 71-Jährige spricht offen über Trauer, Trost und seinen neuen Alltag.

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Im April 2020 verlor Klaus Wowereit seinen Lebenspartner Jörn Kubicki, der mit nur 54 Jahren an den Folgen einer Coronainfektion und Herzversagen verstarb. Nach über 27 gemeinsamen Jahren hinterließ der Tod des Neurochirurgen eine schmerzhafte Lücke im Leben des früheren SPD-Politikers. 

„Jörn und ich waren 27 Jahre zusammen. Er fehlt.“

„Jörn und ich waren 27 Jahre zusammen. Er fehlt“, sagt Wowereit in einem Interview, das in der aktuellen Ausgabe der Bunte zu finden ist. „Er wird auch nicht, beziehungsweise kann nicht ersetzt werden. Insofern ist das ein ganz anderes Leben. Alleine, ohne Partner.“

Obwohl Wowereit betont, dass es schwer ist, diesen Verlust zu verarbeiten, findet er Trost in der Gewissheit, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen müssen: „Dieses Schicksal haben Millionen andere Menschen auch. Der eine früher, der andere später. Damit muss man dann zurechtkommen.“

Ein besonderer Platz in der Erinnerung

Besonders bewegend war für Wowereit die Art, wie Jörn Kubicki bei seiner Geburtstagsfeier im vergangenen Jahr geehrt wurde. „Es war toll zu erfahren, dass Jörn als eigenständige Person wahrgenommen wurde“, sagte er. 

Moderatorin Kim Fisher, mit der Wowereit im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) den Podcast „Kim & Klaus“ moderiert, erzählte, dass jeder Gast Kubicki in seine Rede eingebaut habe. Für Wowereit sei das ein „Balsam und Trost“ gewesen, denn es sei nicht selbstverständlich, dass der Partner eines bekannten Politikers so im Gedächtnis der Freunde bleibt.

Kein neuer Partner, aber auch kein kategorisches Nein

Auch im Alltag bleibt die Erinnerung an Kubicki präsent. Für Wowereit ist dies ein zentraler Teil seines Umgangs mit der Trauer. Auf die Frage, ob er sich eine neue Liebe vorstellen könne, bleibt Wowereit gelassen. „Ich bin nicht auf der Suche. Aber wenn es passieren sollte, ist es so. Aber es ist nicht passiert, deshalb ist es für mich noch rein abstrakt. Ich möchte es nicht ausschließen, momentan ist es aber nicht meine Realität.“ 

Stattdessen genießt er seinen Ruhestand mit Freunden und sportlichen Aktivitäten. Golfspielen gehört zu seinen neuen Leidenschaften, auch wenn er über sein Handicap von 28,2 augenzwinkernd sagt: „Mir macht es Spaß, das ist die Hauptsache.“

Vom „Partymeister“ zur politischen Ikone

Klaus Wowereit prägte nicht nur Berlin als Regierender Bürgermeister, sondern auch durch sein öffentliches Outing 2001, als er erklärte: „Ich bin schwul – und das ist auch gut so.“ Dieser Satz wurde zu einem Symbol für Fortschritt und Toleranz in Deutschland. Wowereit betont, dass er diese Entscheidung nie bereut hat, auch wenn sein Leben in der Öffentlichkeit nicht immer einfach war.

Ein Bild von ihm mit einer Champagnerflasche und einem roten Stilettoschuh, das damals für Schlagzeilen sorgte, bezeichnet er heute als harmlos, aber lehrreich: „Es zeigt, wie Dinge instrumentalisiert werden können. Aber es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.“

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