Der Film „Bromance“ (Originaltitel: „Como una novia sin sexo“) ist das Spielfilmdebüt des argentinischen Regisseurs Lucas Santa Ana aus dem Jahr 2016. Die Handlung spielt im Jahr 1996 und folgt den Jugendfreunden Adrián, Daniel und Santiago, die zu einem Campingausflug an die Küste aufbrechen.
Ziel des Ausflugs ist es, ihre Freundschaft zu vertiefen. Doch die Idylle wird bald von unausgesprochenen Gefühlen und schwelenden Spannungen überschattet – vor allem, als sie Julieta kennenlernen, deren Auftauchen die Dynamik der Gruppe spürbar verändert.
Zwischen Leichtigkeit und schwelenden Konflikten
Die sommerliche Kulisse und die unbeschwerte Atmosphäre zu Beginn des Films stehen im Kontrast zu den inneren Konflikten der Figuren. Regisseur Lucas Santa Ana thematisiert die oft tabuisierten homoerotischen Untertöne von Männerfreundschaften und beweist dabei ein feines Gespür für die Ambivalenz solcher Beziehungen.
Die intime Kameraführung von Mariana Russo trägt entscheidend zur Wirkung des Films bei. Sie fängt nicht nur die Leichtigkeit der Strandszenen ein, sondern macht auch die innere Zerrissenheit der Protagonisten visuell spürbar.
Eine zusätzliche emotionale Ebene entsteht durch den Einsatz von Handkameraaufnahmen, die von einem der Protagonisten gemacht wurden. Diese Aufnahmen verleihen dem Film Authentizität und eine dokumentarische Note, die die Nähe zu den Figuren intensiviert.
Starke Schauspieler, schwache Nebenfiguren
Die Schauspieler Agustín Pardella (Adrián), Javier De Pietro (Daniel) und Marcos Ribas (Santiago) überzeugen durch ihr natürliches und glaubwürdiges Spiel. Sie bringen die Unsicherheit und das Chaos junger Erwachsener auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit eindrucksvoll auf die Leinwand.
Der Film hat aber auch Schwächen. Die Handlung ist stellenweise vorhersehbar, was die emotionale Spannung mindert. Zudem wirkt Julieta eher eindimensional und wird vor allem als erzählerische Komponente eingesetzt, um die Dynamik zwischen den drei Freunden zu verschieben. Eine tiefere Charakterisierung ihrer Figur bleibt leider aus.
Mutiger Blick auf sensible Themen
Trotz dieser Schwächen überzeugt „Bromance“ durch seine sensible Inszenierung und den Mut, ein oft vernachlässigtes Thema aufzugreifen. Die Darstellung der Konflikte und Beziehungen wirkt authentisch und universell, wodurch der Film berührt und zum Nachdenken anregt.
„Bromance“ ist ein atmosphärisches Porträt über Freundschaft, Identität und die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch seine sensible Charakterzeichnung und die starke visuelle Umsetzung punktet.


