Die Militärregierung in Myanmar hat sieben Bücher mit LGBTI-Themen verboten und angekündigt, gegen die beteiligten Verlage rechtlich vorzugehen. Das berichtet Radio Free Asia. Alle Bücher wurden von einheimischen Autor:innen geschrieben und im Land veröffentlicht.
Es handelt sich um einheimische Bücher mit queeren Themen
Zu den betroffenen Werken gehören „A Butterfly Rests on My Heart“ von Aung Khant, „1500 Miles to You“ und „Love Planted by Hate“ von Mahura, „Tie the Knot of Love“ von Myint Mo, „Match Made in Clouds“ von DiDi Zaw, „DISO+Extra“ von Red in Peace sowie „Concerned Person U Wai“ von Vivian.
Das Informationsministerium erklärte in einer Stellungnahme, die in den staatlich kontrollierten Medien erschien: „Diese Bücher werden von der myanmarischen Gesellschaft nicht akzeptiert. Sie sind schamlos und enthalten Inhalte, die die Gedanken und Gefühle junger Menschen in die Irre führen können.“
LGBTI-Community unter starkem Druck
Die LGBTI-Community in Myanmar lebt in einer Gesellschaft, die stark konservativ geprägt ist. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind nach wie vor strafbar, basierend auf einem Strafgesetz, das auf die britische Kolonialzeit im 19. Jahrhundert zurückgeht.
Zusätzlich können Angehörige sexueller Minderheiten durch Gesetze ins Visier genommen werden, die die Produktion und Verbreitung sogenannter „obszöner“ Materialien kriminalisieren. Menschenrechtsorganisationen sehen die Verbote der Bücher als weiteren Versuch der Junta, die Rechte von Minderheiten im Land zu beschneiden.
Repression durch das Militärregime
Myanmar steht seit Jahrzehnten unter der Kontrolle des Militärs. Eine kurze Phase der Demokratisierung in den 2010er Jahren wurde 2021 durch einen Militärputsch beendet, nachdem die pro-demokratischen Kräfte die Wahlen 2020 deutlich gewonnen hatten. Seitdem hat die Junta die Zensur von Medien und die Unterdrückung kritischer Stimmen massiv verschärft.
Das Verbot der Bücher reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen die Regierung gezielt kritische Stimmen und Minderheitenrechte unterdrückt. LGBTI-Aktivist:innen sehen darin ein deutliches Zeichen für die Feindseligkeit des Regimes gegenüber der bereits marginalisierten Community.

