Ein aktuelles Dekret von US-Präsident Donald Trump verbietet medizinische Geschlechtsangleichungen für Menschen unter 19 Jahren. Es untersagt Bundesbehörden jegliche Finanzierung solcher Behandlungen. LGBTI-Organisationen und Menschenrechtsgruppen kritisieren das Dekret als massiven Eingriff in die medizinische Selbstbestimmung von trans Jugendlichen. Studien geben ihnen recht – doch aus der römisch-katholischen Kirche gibt es Applaus für die Diskriminierung.
Katholische Bischöfe unterstützen Trumps Kurs
Der konservative Bischof Robert Barron, Vorsitzender des Ausschusses für Laien, Ehe und Familienleben der US-Bischofskonferenz, lobt das Verbot. Er bezeichnet geschlechtsangleichende Behandlungen als „falsches Verständnis der menschlichen Natur“ und argumentierte, dass der menschliche Körper nicht verändert werden dürfe, um einer „ideologischen Agenda“ zu folgen.
Barron beruft sich dabei auf ein Lehrschreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2024, in dem der Papst die Akzeptanz des biologischen Geschlechts betonte. Er sagte, es sei die Aufgabe der Kirche, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, aber nicht, Behandlungen zu unterstützen, die „irreversible Konsequenzen“ hätten.
Der Bischof sagt, viele Menschen bereuen ihre Geschlechtsangleichung
Der Bischof behauptet zudem, viele junge Menschen würden ihre Entscheidung später bereuen und unter den Folgen leiden. „So viele Jugendliche, die Opfer dieses ideologischen Feldzugs wurden, bereuen zutiefst die lebensverändernden Konsequenzen wie Unfruchtbarkeit und lebenslange Abhängigkeit von teuren Hormontherapien mit erheblichen Nebenwirkungen“, so Barron. Die Kirche sei verpflichtet, diese „gefährliche Entwicklung“ zu stoppen.
Gleichzeitig betont Barron, dass trans Personen Respekt und Fürsorge verdienten. „Jeder Mensch ist von Gott geliebt und besitzt die gleiche Würde“, sagte er. Die richtige Unterstützung sei jedoch „Heilung statt Schädigung“. Kritiker:innen werfen Barron vor, damit die Existenz von trans Menschen zu negieren und notwendige medizinische Versorgung als schädlich darzustellen.
Massive Einschränkungen für trans Menschen
Das Verbot von Geschlechtsangleichungen ist nur eine von mehreren Maßnahmen der Trump-Regierung gegen trans Personen. So schloss der Präsident Transgender-Personen erneut vom Militärdienst aus. Außerdem ordnete er an, dass trans Frauen nicht mehr in Frauen-Bundesgefängnissen untergebracht werden dürfen und ihnen dort geschlechtsangleichende medizinische Versorgung verweigert wird.
Menschenrechtsorganisationen warnen, dass diese Maßnahmen die Sicherheit von trans Personen gefährden. In den USA leben laut einer Studie der University of California in Los Angeles rund 1,6 Millionen Trans-Menschen. Fast die Hälfte ist zwischen 13 und 24 Jahre alt.
Rechtsexperten halten Trumps Dekrete für angreifbar. „Die Regierung kann nicht einfach per Federstrich grundlegende Schutzrechte aufheben, die der Supreme Court und zahlreiche Bundesgerichte bestätigt haben“, erklärte David Cole von der Georgetown University. Er geht davon aus, dass Trumps Anordnungen vor Gericht keinen Bestand haben werden. Menschenrechtsorganisationen bereiten bereits Klagen vor.

