HomePolitikInternationalAngriff auf Kinderveranstaltung: Protest von queerfeindlicher Kirche eskaliert

Angriff auf Kinderveranstaltung: Protest von queerfeindlicher Kirche eskaliert

In Neuseeland geriet ein Protest einer Kirche außer Kontrolle: Demonstranten stürmten eine Kinderveranstaltung mit einem Drag-Künstler, bedrängten Besucher und zwangen Familien, sich zu verbarrikadieren. Die Polizei spricht von Gewalt und Einschüchterung.

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In Neuseeland wurde am Samstag eine Kinderveranstaltung im Rahmen des Auckland Pride Festivals jäh unterbrochen. Etwa 50 Demonstrant:innen, die der Destiny Church angehören, stürmten die Bibliothek von Te Atatū, einem Vorort von Auckland.

Gewaltsame Störung eines Pride-Events

Sie trugen T-Shirts, auf denen Slogans wie „Man Up“ (in etwa: Stehe deinen Mann) zu lesen waren, und zeigten Plakate, auf denen Sätze wie „Sagt Nein zu Pride-Propaganda“ standen. Die Gruppe drang gewaltsam in das Gebäude ein und weigerte sich, es zu verlassen.

Rund 30 Kleinkinder, Kinder und Erwachsene mussten sich in einem Raum einschließen, um sich vor den Angreifern zu schützen. Die Veranstaltung, eine Kinderbuch-Lesung durch einen Drag-King, hatte das Thema „Die Wissenschaft des Regenbogens“.

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Polizeisprecher Simon Walker verurteilte die Aktionen der Gruppe scharf: „Menschen haben das Recht zu protestieren, aber niemand hat das Recht, andere zu bedrohen oder Gewalt anzuwenden“, sagte er.

Zeugen berichten von Gewalt und Chaos

Augenzeugen berichten von chaotischen Zuständen. Nach einem Bericht des New Zealand Herald schlugen einige christliche Aktivisten auf Andersdenkende ein. Ein 16-jähriges Mädchen, das an einem Völkerballturnier teilnahm, erlitt eine Gehirnerschütterung.

Hollie Colegate, deren Tochter Evie sich ebenfalls wegen des Turniers in der Bibliothek aufhielt, sagte, diese sei entsetzt gewesen: „Sie sah, wie eine große Gruppe Männer hereinstürmte und das Bibliothekspersonal herumschubste. Einige junge Leute wurden zu Boden gestoßen und geschlagen“, berichtete Colegate.

Politik und Stadtverwaltung verurteilen Vorfall

Ihre Tochter habe sich nach dem Vorfall klar positioniert: „Sie sagte zu mir: ‚Ich bin auf der Seite derjenigen, die keine Gewalt und keinen Hass gezeigt haben.‘“ Auch Videoaufnahmen, die in sozialen Medien kursieren, zeigen Rangeleien, Schläge und panische Schreie. Eine Frau ist zu sehen, wie sie eine andere mehrfach mit der Faust schlägt.

Premierminister Christopher Luxon kritisierte den Angriff scharf: „Das ist nicht der neuseeländische Weg. Öffentliche Einrichtungen und deren Mitarbeiter zu bedrohen, überschreitet eine klare Grenze.“ Auch Wayne Brown, der Bürgermeister von Auckland, fand deutliche Worte: „Freie Meinungsäußerung und friedlicher Protest sind essenziell, aber das hier war kein friedlicher Protest. Das war Einschüchterung. Dafür gibt es keinen Platz in unserer Stadt.“

Destiny Church-Anführer zeigt keine Reue

Brian Tamaki, Anführer der Destiny Church, verteidigte das Vorgehen der Demonstranten hingegen und behauptete, es gehe um den Schutz von Kindern. „Ich sagte: ‚Geht in die Bibliothek und schließt die Veranstaltung‘, und sie haben es getan“, prahlte er in einer Predigt. Auf Social Media erklärte er, die Proteste seien eine Reaktion auf die „woke Agenda“, die die Stadt „plage“.

Die Splitterkirche hat mehrere tausend Mitglieder, die überwiegend der Maori-Minderheit angehören. Sie ist für ihre radikalen Positionen gegen die LGBTI-Gemeinschaft bekannt. Bereits in der Vergangenheit sind Mitglieder der Gruppe durch Proteste und Sabotageaktionen gegen Veranstaltungen der LGBTI-Community aufgefallen.

Polizei ermittelt – Keine Festnahmen bisher

Die Polizei ermittelt nun wegen der Angriffe während des Protests. „Es gibt zahlreiche Beschwerden wegen Körperverletzung. Wir rufen alle Betroffenen auf, sich bei uns zu melden“, sagte Polizeisprecher Walker. Trotz der Gewalt gab es bislang keine Festnahmen. Die Polizei versichert jedoch, dass der Vorfall gründlich untersucht werde.

Währenddessen bleibt die LGBTI-Community Neuseelands besorgt. Veranstalter:innen und Unterstützer:innen rufen zu mehr Schutz für queere Events auf. Die queere Organisation Rainbow Wellington forderte die Polizei auf, eng mit den Organisator:innen zusammenzuarbeiten, um solche Angriffe in Zukunft zu verhindern.

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