HomeSzeneWien „Hakenkreuze über dem Bett“: Hass-Einbruch bei beliebter Drag-Queen

[Galerie] „Hakenkreuze über dem Bett“: Hass-Einbruch bei beliebter Drag-Queen

Völlig verwüstet fand ein schwules Paar in Wien-Floridsdorf seine Wohnung vor. Es war wohl nicht nur ein gewöhnlicher Einbruch - sondern ein schweres Hassverbrechen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise.

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Für Jochen H., der in der Szene als Drag Queen André Cartier sein Publikum begeistert, war es der Schreck seines Lebens: Als er an einem Freitagabend im Februar gegen 0.45 Uhr die Tür zu seiner Genossenschaftswohnung in einer Anlage in Floridsdorf aufsperrte, merkte er sofort: Hier stimmt etwas nicht.

André Cartier hörte fremde Männerstimmen in seiner Wohnung

Er hörte fremde Männerstimmen in seiner Wohnung und rief die Polizei. Im Nachhinein ist er sich sicher: „Ich habe die Täter überrascht“. Als er mit der Polizei die Wohnung betritt, findet er ein Chaos vor. Aufgeschlitzte Polster, zerstörte Möbel bestimmen das Bild.

„Sämtliche Bilder von mir wurden zerschnitten“, ist der 50-Jährige schockiert. Besonders verstörend: An die Wand über dem Bett des schwulen Paares hatten die Unbekannten Hakenkreuze gesprüht.

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Auch der Schmuck seiner kürzlich verstorbenen Mutter ist weg

Und nicht nur das: „Sie haben meinen Tresor aus der Wand gerissen und alles mitgenommen“, so der Künstler gegenüber GGG.at. Im Tresor befanden sich 15.000 Euro Bargeld. Auch den Fernseher nahmen die Unbekannten mit.

Was Jochen H. besonders schmerzt: „Der ganze Schmuck meiner vor einem Jahr verstorbenen Mutter – alles weg“. Der finanzielle Gesamtschaden wird auf rund 34.000 Euro geschätzt.

Auch den Beamt:innen vor Ort wird schnell klar: Was in der Wohnung von Jochen H. passiert ist, ist mehr als nur ein gewöhnlicher Einbruch. Für den Künstler und seinen Mann steht fest, dass es sich um einen gezielten homophoben Angriff handelt. Denn: „Unser Balkon ist über Monate beschädigt worden“, sagt der 50-Jährige.

Der Künstler lässt sich von den Vandalen nicht unterkriegen

Unterkriegen lässt sich der Künstler von den mutmaßlich schwulenfeindlichen Einbrechern aber nicht: „Ich habe keine Angst und lasse mich von hier sicher nicht vertreiben!“, gibt er sich kämpferisch.

Die Wiener Polizei bestätigt den Vorfall gegenüber der Kronen Zeitung . Mit Details hält sie sich aber zurück. „Zu den Hintergründen der Tat können aufgrund der laufenden Ermittlungen keine näheren Angaben gemacht werden“, so ein Sprecher. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Wien übernommen.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. „Sollte jemand an diesem Tag Zeuge des Vorfalls geworden sein oder verdächtige Personen wahrgenommen haben, melden Sie sich bitte bei jeder Polizeiinspektion“, appellieren die Ermittler.

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