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Registrierte Straftaten gegen queere Menschen in Köln mehr als verzehnfacht

In Köln nimmt die Gewalt gegen queere Menschen weiter zu. Die Staatsanwaltschaft registrierte 2024 deutlich mehr Fälle als im Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher liegen.

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Die Zahl der Hassverbrechen gegen queere Menschen in Köln ist im letzten Jahr erneut gestiegen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln wurden 183 Ermittlungsverfahren wegen queerfeindlicher Straftaten eingeleitet – ein Anstieg um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einem Bericht der Stadtverwaltung für den Sozialausschuss hervor.

Gründe für Anstieg noch unklar

Besonders besorgniserregend ist der langfristige Trend: Während im Jahr 2020 nur 15 solcher Verfahren bei der Kölner Staatsanwaltschaft anhängig waren, hat sich die Zahl bis zum Vorjahr mehr als verzehnfacht. “Damit wurde im Jahr 2024 durchschnittlich jeden zweiten Tag eine queerfeindliche Straftat zur Anzeige gebracht”, heißt es in dem Bericht.

Die Gründe für den deutlichen Anstieg sind noch nicht abschließend geklärt. Generell steigen die Fallzahlen im Bereich der politisch motivierten Kriminalität und der Diskriminierung bundesweit an. Gleichzeitig könnte eine gestiegene Anzeigebereitschaft eine Rolle spielen. Die Stadt Köln hat gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft eine Kampagne gegen Homophobie gestartet. Auch dies könnte zu einem Anstieg der Anzeigen geführt haben.

Bundesweiter Trend bestätigt Entwicklung

Expert:innen gehen auch hier von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Studien gehen davon aus, dass im Raum Köln jährlich mehr als 5.000 queerfeindliche Straftaten nicht angezeigt werden. Zum Zuständigkeitsbereich der Kölner Staatsanwaltschaft gehören neben Köln auch Leverkusen, Teile des Oberbergischen Kreises, des Rhein-Erft-Kreises und des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Die Kölner Zahlen spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Laut der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) in Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Fälle im Bereich „Sexuelle Orientierung“ im Jahr 2023 um 50 Prozent gestiegen. Im Bereich „geschlechtliche Vielfalt“ hat sich die Zahl der Straftaten mehr als verdoppelt.

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