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Trump-Regierung will Programme zur HIV-Prävention streichen

Die US-Regierung erwägt, sämtliche Bundesmittel für HIV-Prävention zu streichen. Experten warnen vor katastrophalen Folgen für die öffentliche Gesundheit.

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Die Trump-Regierung prüft derzeit, die Abteilung für HIV-Prävention der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) aufzulösen. Die Aufgaben könnten auf eine andere Abteilung des Gesundheitsministeriums (HHS) übertragen werden. Laut mehreren Quellen befindet sich der Plan noch in einer frühen Phase, könnte jedoch innerhalb weniger Tage umgesetzt werden.

Ein Insider aus dem Gesundheitsministerium erklärte dem Wall Street Journal, dass die Maßnahme Teil einer „umfassenden Umstrukturierung der US-Gesundheitsbehörden“ sei. Ziel sei es, angebliche Doppelstrukturen zu identifizieren und die Effizienz der Bundesbehörden zu steigern.

Das Gesundheitsministerium bleibt offiziell vage

Offizielle Stellungnahmen zum Thema bleiben vage. Emily Hilliard, stellvertretende Pressesprecherin des HHS, erklärte gegenüber The Advocate : „Wir prüfen alle Abteilungen sorgfältig auf mögliche Überschneidungen, um den Präsidenten in seiner Strategie zur Umstrukturierung der Bundesregierung zu unterstützen.“

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Ein weiterer HHS-Beamter betonte, dass die HIV-Präventionsarbeit „gegebenenfalls an anderer Stelle fortgesetzt“ werde. Experten bezweifeln jedoch, dass dies die drohenden Auswirkungen abmildern kann.

Adrian Shanker, unter Joe Biden stellvertretender Gesundheitsminister, ist alarmiert: „Die USA stehen kurz davor, die HIV-Epidemie zu beenden. Doch dafür braucht es Investitionen, nicht Kürzungen.“ Er bezeichnete die geplanten Einsparungen als „schockierend und erschreckend“.

Zwei Jahrzehnte Fortschritt stehen auf dem Spiel

Für Organisationen, die direkt mit HIV-Prävention arbeiten, könnte die Entscheidung dramatische Folgen haben. Stacie Walls, CEO des LGBT Life Center in Norfolk, erklärte, dass ihre Organisation auf Bundesmittel angewiesen sei, um kostenlose Tests, Präexpositionsprophylaxe (PrEP) und die Vermittlung in Behandlungen anzubieten.

„Wir haben 20 Jahre lang HIV- und STI-Präventionsprogramme aufgebaut, um unsere Community zu schützen. Diese Kürzungen würden all das zunichtemachen“, so Walls. Viele der Betroffenen seien nicht versichert und hätten sonst keine Anlaufstelle.

Neben HIV-Tests bieten Einrichtungen wie das LGBT Life Center auch Unterstützung bei Wohnungslosigkeit, Ernährung und psychischer Gesundheit. „Wenn Menschen zu uns kommen, erhalten sie nicht nur einen Test – sie bekommen auch Hilfe in vielen anderen Bereichen. Diese Programme abzubauen ist kurzsichtig“, warnt Walls.

Gesundheitsrisiken und steigende Kosten erwartet

Fachleute sind sich einig: Der Rückzug aus der HIV-Prävention würde langfristig höhere Kosten verursachen. Jirair Ratevosian, Forscher an der Yale University, sagte: „Prävention einzustellen bedeutet, später einen viel höheren Preis zu zahlen – in Leben, wirtschaftlicher Stabilität und Gesundheitskosten.“

Neue medizinische Fortschritte, wie lang wirkende PrEP-Präparate, könnten die HIV-Prävention revolutionieren. Doch anstatt diese Chancen zu nutzen, werde die Entwicklung nun ausgebremst. „Das ist nicht nur schlechte Politik, das ist eine direkte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“, so Ratevosian.

Kürzungen sparen kein Geld – sie kosten mehr

Die Annahme, dass die Streichung von HIV-Präventionsprogrammen Kosten senkt, wird von Fachleuten scharf kritisiert. Jesse Milan, Präsident von AIDS United, erklärt: „Jede verhinderte HIV-Infektion spart langfristig Hunderttausende Dollar an Gesundheitskosten.“

Auch wirtschaftlich sei der Schritt kontraproduktiv. „Ein gesünderes Land ist wirtschaftlich stabiler“, betont auch Ratevosian. Er hält eine Überprüfung der Regierungsprogramme für sinnvoll, doch eine vollständige Abschaffung der Prävention sei unverständlich. „Gerade jetzt, wo wir schneller vorankommen als je zuvor, soll gestoppt werden? Das ist der Weg zurück statt nach vorn.“

Überparteilicher Konsens in Gefahr

HIV-Prävention hatte bisher über die Parteigrenzen hinweg Priorität. Sowohl die erste Trump- als auch die Biden-Regierung hatten Programme zur Bekämpfung der Epidemie fortgeführt. Shanker betont: „Es herrschte Einigkeit darüber, dass HIV-Prävention wichtig ist. Doch nun geschieht das Gegenteil – und das entbehrt jeder Logik.“

Stacie Walls fügt hinzu: „Es geht nicht nur um HIV. Es geht um öffentliche Gesundheit, Arbeitsplätze und Menschen, die ihr Leben der Unterstützung anderer gewidmet haben. Diese Programme über Nacht zu beenden, wäre verheerend.“

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