Ein Mitarbeiter einer kirchlichen Einrichtung ist am Mittwochvormittag am Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin Opfer schwulenfeindlicher Beleidigungen geworden. Ein 32-jähriger Mann soll den Helfer im Rahmen eines Streits mehrfach verbal angegriffen und bedroht haben. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen vorläufig fest.
Disput zwischen Helfer und Bedürftigem eskaliert
Wie die Berliner Polizei am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der Vorfall gegen 9 Uhr in der Jebensstraße in Charlottenburg. Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 25 wurden alarmiert, weil eine Person dort randaliert hatte. Vor Ort trafen die Beamten auf einen 28-jährigen Sozialhelfer, der dort im Rahmen seines sozialen Dienstes tätig war.
Der Mann berichtete, er sei in eine Auseinandersetzung mit einem Bedürftigen geraten. Der Betroffene habe die Hilfe nicht annehmen wollen und daraufhin aggressiv reagiert. In der Folge soll der 32-jährige Tatverdächtige den Helfer mehrfach schwulenfeindlich beleidigt und mit Bedrohungen konfrontiert haben.
Tatverdächtiger äußert sich auch im Streifenwagen abfällig
Die Polizei nahm den Mann vorläufig fest und brachte ihn in ein Polizeigewahrsam, wo eine erkennungsdienstliche Behandlung durchgeführt wurde. Auch während des Transports soll der Mann weitere abfällige Bemerkungen gemacht haben, so die Polizei. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 32-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.
Zuvor erhielt er jedoch einen Platzverweis für die kirchliche Einrichtung am Bahnhof Zoologischer Garten. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

