Zwei junge Männer im Alter von 20 und 22 Jahren aus dem Bezirk Perg sind wegen mehrerer Raubüberfälle festgenommen worden. Sie sollen ihre Opfer über eine Dating-App für schwule und bisexuelle Männer zu nächtlichen Treffen gelockt und mit Waffen bedroht haben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Trittbrettfahrer der zuletzt aufgedeckten Hate-Crime-Fälle handelt.
Über soziale Medien in die Falle gelockt
Der erste Überfall ereignete sich in der Nacht auf Mittwoch in Mauthausen im Bezirk Perg. Laut Polizei kontaktierten die beiden Verdächtigen ihr späteres Opfer, einen 25-Jährigen aus dem Bezirk Linz-Land, über soziale Netzwerke. Sie vereinbarten ein Treffen – doch statt einer harmlosen Verabredung erwarteten ihn zwei vermummte Männer mit einer CO₂-Pistole und einem Schlagstock.
Die Täter forderten das Opfer auf, Bargeld von einem Bankomaten abzuheben und sein Handy zu übergeben. Mit der Beute flüchteten sie. Laut Ermittlungen handelt es sich um einen vierstelligen Betrag.
Zwei weitere Überfälle in der Folgenacht
In der darauffolgenden Nacht versuchten die beiden Männer offenbar, ihre Masche zu wiederholen. Diesmal bestellten sie zwei weitere Opfer – einen 25-Jährigen aus dem Bezirk Wels-Land und einen 26-Jährigen aus dem Bezirk Vöcklabruck – nach Mauthausen und Langenstein. Diesmal zerstachen sie die Reifen der Fahrzeuge, konnten jedoch keine Beute machen.
Ein Opfer konnte sich jedoch ein Autokennzeichen merken und leitete es an die Polizei weiter. Das war für die Ermittler ein entscheidender Hinweis.
Festnahme nach Hinweis aus der Bevölkerung
Kurz darauf kontrollierte die Polizei ein Fahrzeug, in dem die beiden Verdächtigen saßen. Im Auto fanden die Beamten eine Sturmhaube, eine Gasdruckpistole und ein Klappmesser. Die Männer wurden noch am Donnerstag festgenommen.
Die jungen Männer aus dem Bezirk Perg sind laut Polizei geständig. Sie dürften sich durch die Berichte über Hassverbrechen animiert gefühlt haben, solche Taten nachzuahmen. Das genaue Motiv ist allerdings noch unklar. Die Verdächtigen behaupten demnach, Probleme mit Pädophilen – die Opfer sind auch in diesem Fall nicht pädophil – zu haben.
Die Staatsanwaltschaft Linz ordnete die Einlieferung in die Justizanstalt Linz an. Ermittlungen zu weiteren möglichen Straftaten laufen.

