Toni Schubert, bekannt aus „Perle vom Wienerwald“, möchte mit ihrer Partnerin und deren Kindern zwei ruhige Wochen in Lunz am See verbringen. Natur, Wandern und Tarock stehen am Plan – doch die Erholung bleibt aus. Gleich zu Beginn erschüttert ein Todesfall die Nachbarschaft, und bald darauf ereignen sich seltsame Zwischenfälle an der nahegelegenen Biologischen Station.
„Eigentlich wollte ich nur ein paar entspannte Tage am See“, lässt Toni im Roman durchblicken. Doch die Ereignisse lassen sie nicht los. Ihre Neugier, ihre analytische Denkweise und ihr Sinn für Gerechtigkeit bringen sie dazu, der Sache auf den Grund zu gehen – auch wenn das ihre Beziehung und den Familienfrieden auf die Probe stellt.
Forschung, Felder und falsche Fährten
Barbara Smrzka verknüpft auch im zweiten Band wissenschaftliche Themen mit einer klassischen Krimihandlung. Die Biologische Station in Lunz dient nicht nur als Schauplatz, sondern bringt auch ökologische und landwirtschaftliche Fragen ins Spiel. Der Roman greift etwa Aspekte der Umweltforschung und nachhaltigen Landwirtschaft auf, bleibt dabei aber zugänglich und unterhaltsam.
„Ich wollte zeigen, dass auch die Naturwissenschaften ihre ganz eigenen Spannungen bergen“, so Smrzka in einem Interview. Gewalt wird im Buch vermieden – stattdessen lebt die Spannung von Beobachtungen, Dialogen und dem Zusammenspiel der Figuren. Der Krimi bleibt damit fest im Cozy-Crime-Genre verankert.
Eine Heldin mit Ecken, Kanten und Herz
Toni Schubert ist keine klassische Ermittlerin – sondern eine Gärtnerin mit einem feinen Gespür für Menschen und Zusammenhänge. Ihre lesbische Beziehung wird im Buch ganz selbstverständlich als Teil ihres Alltags gezeigt. Die Familiendynamik, vor allem mit den Kindern ihrer Partnerin, sorgt für viele lebendige und manchmal auch humorvolle Szenen.
Auch alte Bekannte kehren zurück – etwa die neugierige Journalistin Franka, die erneut Unruhe stiftet. Die Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln sich glaubwürdig weiter, was dem Roman zusätzliche Tiefe verleiht. Toni bleibt dabei stets nahbar und authentisch – eine Figur mit Witz, Verstand und Herz.
Krimi mit Vielfalt und Lokalkolorit
Schlamassel mit Seeblick verbindet spannende Ermittlungen mit sommerlicher Kulisse, queerer Selbstverständlichkeit und einem feinen Gespür für regionale Atmosphäre. Der Lunzer See wird zur Bühne für ein Krimiabenteuer, das ohne Blutvergießen auskommt, aber dennoch fesselt. Fans von unaufgeregtem, aber klugem Cozy Crime mit modernen Figuren kommen hier auf ihre Kosten.


