HomeMagazinKultur Nackte Wahrheiten: Wie „Elska“ Moldaus queere Männer zeigt

[Galerie] Nackte Wahrheiten: Wie „Elska“ Moldaus queere Männer zeigt

Für die 52. Ausgabe reiste das queere Magazin „Elska“ nach Moldau und präsentiert die Hauptstadt Chisinau durch persönliche Geschichten und intime Fotografie.

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In der neuesten Ausgabe des internationalen Magazins „Elska“ stehen erstmals queere Männer aus Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau, im Mittelpunkt. Mit einem Mix aus persönlichen Erzählungen und freizügigen Fotos will das Heft die Vielfalt und Realität schwuler Männer in einer Stadt zeigen, die außerhalb der queeren Hauptreiseziele liegt.

Reise in eine unterschätzte Stadt

„Ich habe viele Jahre lang mit dem Gedanken gespielt, mein Projekt nach Moldawien zu bringen, aber ich habe immer angenommen, dass es nicht funktionieren würde“, erklärt Liam Campbell, Herausgeber und Cheffotograf von „Elska“. Er hatte Sorge, dass Chisinau „zu klein, zu konservativ und zu verschlossen sein könnte, um Personen zu finden, die bereit sind, ein Fotoshooting zu machen und mir ihre Geschichte zu erzählen.“

Campbells Zweifel basierten auf verbreiteten Klischees über Moldau. „Doch dann wurde mir klar, dass meine Annahmen auf Stereotypen beruhten, die die Republik Moldau als das ‘ärmste Land Europas’ in den Mittelpunkt stellen. Ich beschloss, es zu versuchen und mir das Land selbst anzusehen.“

Lebendige Community mit Spannungen

Während seines Aufenthalts entdeckte Campbell nicht nur eine lebendige queere Szene, sondern auch die Spuren politischer und gesellschaftlicher Spannungen. „Schwule Räume schienen auf die eine oder die andere Gruppe ausgerichtet zu sein, was zu einer Trennung und manchmal zu Ressentiments führte“, berichtete er mit Blick auf die ethnische Aufteilung der Stadt zwischen Menschen rumänischer und russischer Herkunft.

Trotzdem war die Stimmung in der LGBTQ+-Community spürbar positiv. Der Besuch des Fotografen fiel in die Zeit nach einer erfolgreichen Pride-Veranstaltung. „Die verlief friedlich und hatte so viele Teilnehmer*innen wie noch nie“, schildert Campbell. Die Gespräche mit den lokalen Models drehten sich jedoch häufig um soziale und politische Themen. „Das ist auf jeden Fall eine unserer politischsten Ausgaben – wenn auch mit einer Menge sexy, nackter Männer.“

Geschichten zwischen Alltag und Aktivismus

Die Beiträge der Männer aus Chisinau wurden nicht nur fotografisch dokumentiert, sondern auch durch Tagebucheinträge ergänzt, die Campbell während seines Aufenthalts verfasste. Diese dokumentieren seine Eindrücke von Begegnungen, Gesprächen und Erlebnissen mit den Protagonisten vor Ort. Die Ausgabe bleibt damit dem typischen Elska-Stil treu, bei dem persönliche Nähe und authentische Darstellung im Vordergrund stehen.

Die 164 Seiten starke Ausgabe „Elska Chisinau“ ist als Printversion oder digitales E-Zine auf der Homepage des Magazins erhältlich. Zusätzlich wurde ein Bonus-Heft mit dem Titel „Elska Ekstra Chisinau“ veröffentlicht, das zwei weitere Männer, deren Geschichten sowie zusätzliche Bilder und Outtakes enthält.

Information

Die aktuelle Ausgabe von Elska kann über die Homepage des Magazins bestellt werden.

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