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Mit Grindr in die Falle gelockt: Zwei Männer nach Raubserie verurteilt

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Diese Woche mussten sich im australischen Bundesstaat New South Wales zwei Männer vor einem Bezirksgericht verantworten, weil sie über die Dating-App Grindr schwule und bisexuelle Männer angelockt und überfallen haben.

Über 22.000 australische Dollar erbeutet

Laut Gericht hatten die beiden Männer im Mai und Juni 2023 gefälschte Profile auf der Plattform erstellt, um Treffen mit ihren Opfern zu arrangieren. Bei den Treffen bedrohten sie die Männer mit Gewalt. In einem Fall kam es zu einem körperlichen Angriff. Die Täter zwangen ihre Opfer, ihnen die Mobiltelefone sowie die Zugangsdaten zu Online-Banking-Konten herauszugeben.

Die Männer stahlen Bargeld, ein Smartphone, Ausweisdokumente sowie eine Krankenversicherungskarte. Insgesamt erbeuteten sie damit mehr als 22.000 australische Dollar. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten gezielt geplant und koordiniert waren.

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Haftstrafen von über sechs Jahren

„Jedes Opfer hat erhebliche psychische Folgen erlitten“, sagte Richter Andrew Colefax in seiner Urteilsbegründung. Die Brutalität der Überfälle habe bleibende Spuren hinterlassen, so das Gericht.

Einer der Angeklagten wurde zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, davon muss er mindestens fünf Jahre absitzen, ohne dass eine Bewährung möglich ist. Der zweite Angeklagte erhielt sechs Jahre und zwei Monate Haft, wobei er frühestens nach vier Jahren entlassen werden kann.

Die Polizei von New South Wales zeigte sich erleichtert über das Urteil und rief gleichzeitig zu erhöhter Wachsamkeit auf Plattformen wie Grindr auf. Besonders queere Männer sollten bei Verabredungen mit Unbekannten vorsichtig sein.

Parallele Ermittlungen in Victoria

Auch im Bundesstaat Victoria ging die Polizei in den vergangenen Monaten verstärkt gegen ähnliche Taten vor. Anfang Mai wurde bekannt, dass 22 Männer im Zusammenhang mit schwulenfeindlichen Übergriffen, die sie über Dating-Apps und soziale Medien verübt hatten, festgenommen wurden. Innerhalb von acht Monaten stieg die Zahl der Festnahmen auf 35.

Joe Ball, der LGBTI-Beauftragte Victorias, zeigte sich besorgt über das Ausmaß und den gezielten Charakter der Taten. „Diese Übergriffe sind organisiert, gezielt und von Hass motiviert“, sagte Ball. „Wir werden nicht zulassen, dass Gewalt gegen queere Menschen wieder zur Norm wird.“

Grindr warnt vor möglichen Angriffen

Die Behörden stellten fest, dass viele dieser Überfälle über Grindr eingefädelt wurden. Auch Fälle, die über die Dating-App Scruff oder Snapchat organisiert wurden, wurden gemeldet. Als Reaktion darauf zeigt Grindr in Australien inzwischen In-App-Warnungen für Nutzer in betroffenen Regionen an. Die Plattform mahnt zu besonderer Vorsicht bei der Vereinbarung von Treffen mit Unbekannten.

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