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„Schlächter von Mariupol“ bei schwulem Date in die Luft gesprengt?

Zaur Gurzijew, ein russischer „Kriegsheld“ mit blutigem Ruf, starb bei einer Explosion während einem Date mit einem Mann. Die Ermittler sprechen von Terror – und rätseln über eine mögliche Honigfalle.

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Zaur Gurzijew galt in Russland als Kriegsheld, in der Ukraine als Kriegsverbrecher: Im Frühjahr 2022 kommandierte er die brutalen Luftangriffe auf Mariupol. Tausende Zivilisten kamen ums Leben, das Theater der Stadt wurde zerstört, obwohl sich darin Hunderte Schutzsuchende aufhielten. Der Ruf des 34-Jährigen: eiskalt, gnadenlos – der „Schlächter von Mariupol“.

Jetzt ist Gurzijew tot. Getötet durch eine Bombe – bei einem mutmaßlichen Blind Date mit einem Mann, das für beide tödlich endete.

Explosion in Stawropol

Die Detonation ereignete sich in der Nacht auf Donnerstag in der südrussischen Stadt Stawropol. Gurzijew, nach seinem blutigen Einsatz Vizegouverneur der Region aufgestiegen, hatte sich offenbar mit einem jungen Mann getroffen, den er über eine Online-Dating-Plattform kennengelernt hatte.

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Bei dem anderen Toten handelt es sich russischen Medien zufolge um den 29 Jahre alten Nikita Penkow. Eine Überwachungskamera zeichnete auf, wie sich beide Männer auf der Straße treffen. Sekunden später explodiert ein Sprengsatz – möglicherweise per Fernzünder aktiviert.

Gurzijew wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Penkow war sofort tot.

Sexspionage oder Zufallsopfer?

Mehrere russische Portale – darunter der kremlnahe Geheimdienstblog VChK-OGPU – berichten von einer möglichen „Honigfalle“. Demnach hätten sich die Männer vor dem Treffen freizügige Bilder geschickt. Penkow soll beauftragt worden sein, kompromittierendes Material über Gurzijew zu sammeln. In dem Aufnahmegerät, das er dazu erhielt, war angeblich ein versteckter Sprengsatz eingebaut.

Ob Penkow davon wusste, bleibt offen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS meldet lediglich, dass wegen Mordes und dem illegalen Besitz von Sprengstoff ermittelt wird.

Verbindungen zu russischen Sicherheitsdiensten

Laut dem Investigativportal Agentstvo arbeitete Penkow bis 2023 bei einer Spezialeinheit des Innenministeriums. Die Einheit war für die Bewachung und den Transport von Straftätern zuständig. Wo Penkow zuletzt tätig war, ist unbekannt.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Behörden laut russischen Medien keine Hinweise auf Bombenbau oder Extremismus. Augenzeugen sagten aus, dass er in der Nähe des Tatorts in der Tschechow-Straße gewohnt habe.

Gouverneur spricht von Terror, Ukraine wird beschuldigt

Der Gouverneur der Region, Wladimir Wladimirow, erklärte, die Leichen hätten „typische Verletzungen einer Explosion“ aufgewiesen. Er sprach von einem Terroranschlag „unter Beteiligung von Nazis aus der Ukraine“.

Offizielle Beweise für eine Beteiligung der Ukraine wurden bisher nicht vorgelegt. Auch russische Behörden halten sich mit weiteren Angaben zurück.

Dass ausgerechnet ein schwules Date – in einem Land, das LGBTI-Rechte zunehmend unterdrückt – das Ende des „Schlächters von Mariupol“ einläuten würde, überrascht. Die Frage, ob Gurzijew gezielt in die Falle gelockt wurde oder Opfer eines größeren Spiels war, bleibt unbeantwortet.

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