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Nach Amoklauf in Graz: Das ändert sich bei der Regenbogenparade

Nach dem Amoklauf in Graz startet die Wiener Regenbogenparade am Samstag mit einem stillen Gedenkzug. Die Veranstalter:innen setzen damit ein klares Zeichen für Zusammenhalt, Respekt und gegen Hass.

Die 29. Regenbogenparade zieht am Samstag wieder über die Wiener Ringstraße – entgegen der Fahrtrichtung, wie jedes Jahr. Doch diesmal ist einiges anders. Die tragischen Ereignisse in Graz haben auch die Wiener Community tief erschüttert. Aus Respekt vor den Opfern beginnt die Parade in stiller Würde.

Stiller Auftakt als Zeichen des Gedenkens

Zum ersten Mal wird der Beginn der Parade ohne Musik, Jubel oder Lautsprecher gestaltet. Die Teilnehmer:innen sind aufgerufen, sich bis hinter das Parlament in einem ruhigen Gedenkzug zu versammeln. „Wir wollen gemeinsam innehalten und unsere Anteilnahme zeigen“, erklären die Veranstalter:innen.

Trauerbanner, die zuvor im Pride Village gestaltet wurden, werden an der Spitze des Zuges getragen und am Parlament niedergelegt. Alle teilnehmenden Gruppen versehen ihre Schilder mit schwarzen Trauerfloren.

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Bereits der erste Tag des Pride Village gestern stand ganz im Zeichen des Gedenkens. Ohne Bühnenprogramm und Musik versammelten sich Besucher:innen in stiller Atmosphäre, begleitet von einem Meer aus Kerzen. „Es war ein trauriger, aber gleichzeitig kraftvoller Abend der Verbundenheit“, so das Organisationsteam.

Parade findet trotz Tragödie statt – als politisches Statement

Trotz der angepassten Formate bleibt die Regenbogenparade als politische Demonstration bestehen. „Gerade jetzt dürfen wir nicht verstummen“, betonen die Veranstalter:innen. Die Parade stehe seit jeher für Sichtbarkeit, Gleichstellung und gegen jede Form von Hass. Die Fortsetzung des Zugs nach dem stillen Abschnitt erfolgt laut, bunt und mit voller Kraft.

„Unsere Community kennt das Schweigen – durch die HIV/AIDS-Krise, durch Gewalt, durch Ausgrenzung“, heißt es in der Aussendung. „Und sie weiß, wie laut Widerstand sein muss.“ Die Veranstalter:innen unterstreichen, dass Lebensfreude kein Gegensatz zur Trauer sei, sondern Ausdruck von Stärke und Widerstand.

„Unite in Pride“ bekommt neue Bedeutung

Das diesjährige Motto „Unite in Pride“ erhält vor dem Hintergrund der Ereignisse in Graz besondere Relevanz. Die Pride-Organisator\:innen rufen zur Einheit auf – gegen Spaltung, Diskriminierung und Gewalt. „Wir geben dem Hass keine Bühne. Wir bleiben sichtbar – auch nach Graz“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme.

Alle Veranstaltungen im Pride Village finden am Freitag und Samstag wie geplant statt, allerdings mit behutsamen Anpassungen. Das Programm wurde so gestaltet, dass es den Moment respektiert, aber die Grundhaltung nicht aufgibt: Solidarität, Vielfalt und Menschenrechte bleiben im Fokus.

Sicherheitskonzept und Betreuung verstärkt

In Zusammenarbeit mit den Behörden wurden die Sicherheitsmaßnahmen angepasst. Zusätzlich stehen im Pride Village Anlaufstellen für psychosoziale Betreuung bereit. Die Veranstalter:innen betonen, dass dieses Pride-Wochenende unter dem Zeichen des Zusammenhalts steht – ruhig und laut zugleich.

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