HomeMedienFernsehenChemsex in der schwulen Szene: „Thema spezial“ widmet sich riskantem Trend

Chemsex in der schwulen Szene: „Thema spezial“ widmet sich riskantem Trend

Immer mehr Männer, vor allem in der schwulen Szene, greifen beim Sex zu Drogen – mit schwerwiegenden Folgen. Das ORF-Magazin „Thema“ beleuchtet in einer Spezialausgabe diesen gefährlichen Trend.

Chemsex ist der gezielte Konsum von Drogen wie GHB, Crystal Meth oder Mephedron, um beim Sex Hemmungen zu verlieren, Lust zu steigern und stunden- oder tagelange Sessions durchzuhalten. Besonders in der schwulen Szene hat sich diese Praktik in den letzten Jahren verbreitet – nicht nur in Großstädten, sondern auch in ländlichen Regionen.

Die ORF-Sendung „Thema“ widmet dem Phänomen eine Spezialausgabe mit dem Titel „Sex auf Drogen – Warum der gefährliche Trend zunimmt“. Sie wird heute um 21:05 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt und ist dann über die Streaming-Plattform ORF ON abrufbar. Der Journalist Christoph Feurstein hat sich dafür über 18 Monate mit Betroffenen, Mediziner:innen und Therapeut:innen getroffen.

Zwischen Rausch und Realität

Ein zentrales Gesicht der Reportage ist Dorian , der seine Geschichte schon auf GGG.at erzählt hat. Einst galt er als politisches Nachwuchstalent, dann stürzte er durch Chemsex-Partys ab. „Das Äußerste, glaube ich, waren fünf Tage am Stück: Sex, Drogen, kein Schlaf. Ich war körperlich völlig am Ende.“ Heute ist er in Therapie und versucht, in ein geregeltes Leben zurückzufinden.

Auch Tanja erzählt von ihrem Absturz. Sie konsumierte mit ihrem Partner regelmäßig Drogen vor dem Sex: „Irgendwann interessiert einen Sex ohne Drogen gar nicht mehr.“ Heute leidet sie unter schweren Depressionen. Ihre Geschichte zeigt, dass Chemsex auch außerhalb der schwulen Szene verbreitet ist.

Szene-Insider warnen: Der Körper macht irgendwann nicht mehr mit

Der Wiener Allgemeinmediziner Horst Schalk betreut in seiner Praxis viele Betroffene: „Diese Drogen machen rasend schnell abhängig und schädigen die Organe. Viele unterschätzen das völlig.“ Er sieht täglich die gesundheitlichen und psychischen Folgen des Chemsex-Konsums.

Der Psychotherapeut Christof Mitter und die Suchtberaterin Miriam Alvarado-Dupuy von der Einrichtung an.doc.stelle betonen, dass viele Konsumierende lange Zeit ein Doppelleben führen. „Nach außen hin läuft alles: Karriere, Alltag, Beziehung. Aber innerlich kämpfen sie mit Kontrollverlust und Scham.“ Die Therapie ist langwierig, da die Betroffenen nicht nur den Drogenkonsum, sondern oft auch tiefsitzende Ängste und Erfahrungen aus der Vergangenheit aufarbeiten müssen.

Gesellschaftlicher Druck und neue Drogen als Treiber

Die Reportage macht deutlich, dass der zunehmende Leistungsdruck, Schönheitsideale und die ständige Selbstoptimierung eine zentrale Rolle spielen, wenn es um Chemsex geht. Drogen werden zum Mittel, um mithalten zu können – auch im Bett. „Man will nicht nur performen, sondern sich dabei auch losgelöst fühlen“, heißt es in einem der Interviews.

Die neue Generation chemischer Substanzen ist dabei besonders gefährlich, da sie ein Gefühl von Unbesiegbarkeit erzeugt und schneller in die Abhängigkeit führt, als viele denken.

ORF-Dokumentation gibt Betroffenen eine Stimme

In ihrer Sendung „Sex auf Drogen – Warum der gefährliche Trend zunimmt“ zeigen Christoph Feurstein und Jakob Egger ein vielschichtiges Bild einer Szene, die zwischen Hedonismus, Sucht und gesellschaftlicher Unsichtbarkeit schwankt.

In der Sendung kommen erstmals in dieser Intensität Stimmen aus der Community, von Expert:innen und Betroffenen zusammen zu Wort. Sie werfen einen schonungslosen Blick auf ein wachsendes Tabu mitten in der Gesellschaft.

Sendungshinweis

Thema spezial: „Sex auf Drogen – Warum der gefährliche Trend zunimmt“
Montag, 21. Juli 2025, 21.05 Uhr, ORF 2 und via ORF ON

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