Josefine Paul, Familienministerin in Nordrhein-Westfalen, und die sächsische Landtagsabgeordnete und frühere Justizministerin Katja Meier haben sich am 15. Juli in Wien standesamtlich das Ja-Wort gegeben. Die Hochzeit fand im kleinen Kreis statt. Das bestätigte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Familienministeriums. Bereits zuvor hatten mehrere Medien über die geplante Trauung berichtet.
Kennengelernt im Bundesfrauenrat der Grünen
Beide Grün-Politikerinnen hatten ihre Hochzeitspläne frühzeitig öffentlich gemacht. Sie betonten, dass sie als lesbisches Paar in Führungspositionen auch eine Vorbildfunktion einnehmen wollen. „Es geht weniger um die politische Geste – die Liebe ist das Fundament“, erklärten sie im April.
Paul und Meier lernten sich im Präsidium des Bundesfrauenrats kennen und sind seit 2018 ein Paar. Seitdem treten sie offen als Paar auf. 2021 gaben sie der Zeit ein Interview über ihre Beziehung. Meier sagte darin: „Ich finde es wichtig, dass Menschen vorangehen und damit signalisieren: Die sind wie wir.“ Paul ergänzte: „Frauen haben es in der Politik oft schwerer – für lesbische Frauen gilt das noch mehr.“
In einem gemeinsamen Instagram-Post kurz vor der Hochzeit schrieb Meier: „Die zweieinhalb Jahre, in denen wir parallel Ministerinnen waren, haben uns noch enger zusammengeschweißt.“ Beide betonten, dass ihr Engagement von dem Wunsch getragen sei, Politik für Menschen zu gestalten – nicht für Schlagzeilen.
Sichtbarkeit und politische Verantwortung
Auch wenn die Hochzeit ein privater Moment war, sehen beide darin ein Signal. Gegenüber den Medien betonten sie die Bedeutung von Sichtbarkeit für queere Menschen. Meier sagte der Bunte: „Homosexualität muss sichtbar sein, auch auf der Straße.“ Paul ergänzte: „Queere Jugendliche brauchen die Gewissheit, dass ihre Liebe ganz normal ist.“
Nur wenige Tage vor der Hochzeit trat Josefine Paul im Bundesrat auf. Dort sprach sie sich dafür aus, das Merkmal „sexuelle Identität“ explizit in den Gleichbehandlungsartikel des Grundgesetzes aufzunehmen. Die schwarz-grüne Landesregierung Nordrhein-Westfalens unterstützt eine entsprechende Berliner Initiative.
Die Hochzeit in Wien wurde bewusst in die parlamentarische Sommerpause gelegt. Beide Politikerinnen sind weiterhin in ihren jeweiligen Landtagen aktiv: Paul als Ministerin und Abgeordnete in Nordrhein-Westfalen, Meier als Abgeordnete in Sachsen.

