HomeNewsChronikDating-Falle in Berlin: 27-Jähriger gesteht Raubserie mit K.-o.-Tropfen

Dating-Falle in Berlin: 27-Jähriger gesteht Raubserie mit K.-o.-Tropfen

Vor dem Berliner Landgericht hat ein 27-Jähriger gestanden, mehrere Männer mit K.-o.-Tropfen betäubt und anschließend ausgeraubt zu haben. Die Taten sollen sich zwischen Sommer 2023 und Anfang 2024 ereignet haben.

Ein 27-Jähriger hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, Männer über Dating-Plattformen in eine Falle gelockt, sie mit K.-o.-Tropfen betäubt und anschließend beraubt zu haben. Die Taten ereigneten sich zwischen Sommer 2023 und Anfang 2024.

Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab

Im Kriminalgericht Moabit legte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein umfassendes Geständnis ab. Demnach habe er in drei Fällen Männer in deren Wohnungen außer Gefecht gesetzt, nachdem er sie über eine Dating-App kennengelernt hatte. Dort verabreichte er ihnen heimlich K.-o.-Tropfen in Getränken und durchsuchte die Wohnungen nach Beute. Teilweise sei ein Mittäter beteiligt gewesen.

„Es tut mir leid, was passiert ist“, ließ der 27-Jährige erklären. Er habe unter Druck gestanden, Geld für Drogen zu beschaffen.

Designer-Kleidung im Wert von mehr als 10.000 Euro gestohlen

Zu den Fällen gehört ein Überfall in Berlin-Spandau. Dort verlor ein 53-Jähriger nach einem Treffen das Bewusstsein und schilderte vor Gericht, dass er noch heute unter den Folgen leidet. „Was einem alles angetan wird, nur weil einer Geld braucht“, zitiert die Berliner Boulevardzeitung B.Z. den Spandauer: „Dann muss man eben arbeiten gehen und kann nicht einfach Leute betäuben und ausrauben.“

Ein weiteres Opfer, ein 39-jähriger Friseurmeister aus Friedrichshain, wachte in seiner Wohnung ohne seine Designer-Kleidung im Wert von über 10.000 Euro auf.

Auch ein Raubversuch wird dem Mann zur Last gelegt

Auch ein Raubversuch mit einer 6.600 Euro teuren Rolex wird dem Angeklagten zur Last gelegt. Gemeinsam mit einem Komplizen, der bereits verurteilt wurde, täuschte er ein Kaufinteresse vor. Als das Opfer die Uhr nicht herausgeben wollte, sprühte der 27-Jährige Pfefferspray auf den Träger der Uhr und biss dem Mann in die Hand. Der 32-Jährige konnte seine Uhr jedoch erneut in seinen Besitz bringen.

Vor der Aussage hatte das Gericht dem Angeklagten im Rahmen einer Verständigung eine Strafe von sieben bis achteinhalb Jahren in Aussicht gestellt. Der mehrfach vorbestrafte Mann, der bereits in anderer Sache im Gefängnis sitzt, nahm das Angebot an. „Nach meiner letzten Entlassung bin ich wieder abgerutscht“, hieß es in seiner Erklärung.

K.-o.-Tropfen können tödlich sein

K.-o.-Tropfen wie GHB, auch bekannt als „Liquid Ecstasy“, gelten juristisch als gefährliches Werkzeug. Die Substanzen sind farb- und geruchslos, können Schwindel, Bewusstlosigkeit oder Atemstillstand hervorrufen und werden von Tätern heimlich in Getränke gemischt. In der Strafjustiz gelten sie als besonders heimtückisches Mittel bei Überfällen.

Das Verfahren wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung wird am 3. September fortgesetzt.

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