Felix Jaehn gilt seit seinem Outing als pansexuell als eine der lautesten Stimmen für die LGBTI-Community im Pop-Bereich. Doch in einem Interview für den Ö3-Pop-Podcast sprach er nun offen über eine erschütternde Erfahrung. “Irgendein Typ hat mich plötzlich auf der Straße als Scheiß-Schwuchtel beschimpft und mir dann eine aufs Maul gehaut”, erinnert sich Jaehn. Für den Musiker war das ein einschneidender Moment, den er nicht vergessen kann.
Angst bleibt trotz einmaligem Vorfall
Zum Glück blieb es bisher bei diesem einzigen gewalttätigen Angriff. Trotzdem lebt die Sorge weiter. “Die Gefahr solcher Übergriffe ist leider immer noch real”, erklärte Jaehn. Er betonte auch, dass ähnliche Vorfälle viele seiner queeren Freunde bereits erlebt hätten.
Privat möchte der 29-Jährige inzwischen als Fee angesprochen werden, erlaubt aber aus pragmatischen Gründen alle Pronomen. “So kann niemand etwas falsch machen”, meinte er dazu. Gleichzeitig appellierte er an mehr Offenheit und Rücksichtnahme im Alltag.
Neue Single als politisches Zeichen
Seine aktuelle Single trägt den Titel „Pride“ – ein Song, der für Jaehn mehr ist als nur Musik. Er versteht ihn als klares Statement für Vielfalt und Gleichberechtigung. “Der Druck auf die LGBTQI+-Community steigt. Daher nutze ich meine Stimme – jetzt, da ich wieder einigermaßen stabil bin”, sagte er im Podcast.
Beim Frequency-Festival setzte er diese Botschaft auch auf der Bühne um. Gemeinsam mit 20 Drag-Queens und -Kings verwandelte er seinen Auftritt in eine bunte, queere Party. Menschen, die früher Ausgrenzung erlebt hätten, standen diesmal stolz im Rampenlicht.
Persönliche Krise und neuer Fokus
Der Weg dorthin war für den DJ jedoch schwierig. “Letzten Sommer ist es mir so richtig Scheiße gegangen”, gestand Jaehn. Er zog die Notbremse, begab sich in eine Klinik und begann eine Therapie. Heute achtet er nach eigenen Angaben deutlich stärker auf seine mentale Gesundheit.
Diesen Sommer spielte er nur sechs Shows. “Diszipliniert, mit einem Team, das sensibel ist und auf mich schaut”, erklärte er. So wolle er langfristig nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch stabil bleiben.

