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Drei trans Frauen in Pakistan erschossen

In Pakistans größter Stadt Karachi wurden die Leichen von drei trans Frauen entdeckt. Die Opfer wiesen Schussverletzungen auf. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einem alarmierenden Anstieg der Gewalt gegen die Community.

In Karachi, der größten Stadt Pakistan, wurden am Sonntag die Leichen von drei trans Frauen gefunden. Ein Polizeisprecher erklärte der Nachrichtenagentur AFP, die Opfer seien aus nächster Nähe erschossen worden. Über die Hintergründe der Morde gibt es derzeit noch keine näheren Informationen.

Aktivist:innen kritisieren gezielten Angriff

Aktivist:innen im Land sehen in der Tat einen Versuch, die Stimmen der Community zu unterdrücken. „Gewalt gegen trans Menschen ist in unserer Gesellschaft tief verankert. Wenn die Polizei die Täter nicht identifiziert, werden wir landesweite Proteste ankündigen“, so Bindiya Rana, Aktivistin für die Rechte von trans Menschen in Pakistan, der Nachrichtenagentur AP.

Shahzadi Rai, Stadträtin in Karachi, warnte: „Wenn Hassreden und Hetzkampagnen so offen geführt werden, sind solche Folgen unvermeidlich. Selbst wenn Staat und Polizei auf unserer Seite stehen, zeigen diese Morde, wie tief der Hass gegen trans Menschen in unserer Gesellschaft sitzt.“

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Regierung ruft zu Respekt auf

Der Provinzchef von Sindh, Syed Murad Ali Shah, äußerte sich ebenfalls zu den Morden. In einer Stellungnahme erklärte er: „Transgender-Personen sind ein verletzlicher Teil der Gesellschaft, und wir müssen ihnen Würde und Respekt entgegenbringen.“

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und die lokale Gruppe Gender Interactive Alliance fordern nun schnelle und transparente Ermittlungen. „Es geht nicht nur um individuelle Morde, sondern darum, eine gesamte Community einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen“, so ein Sprecher der Organisation.

Forderungen nach besserem Schutz

Die Gender Interactive Alliance verlangte unter anderem eine spezielle Schutzeinheit für trans Personen und neue Gesetze zur Bekämpfung von Hasskriminalität. „Die Khawaja-Sira-Community wird nicht schweigen. Unser Leben ist genauso wertvoll wie das aller anderen Bürger“, erklärte ein Sprecher.

Die rechtliche Lage für trans Personen in Pakistan bleibt widersprüchlich. Zwar beschloss das Parlament 2018 ein Gesetz, das ihnen erlaubt, ihre Geschlechtsidentität selbst zu bestimmen. Teile davon wurden jedoch später durch ein Scharia-Gericht wieder aufgehoben.

Gewalt gegen trans Menschen bleibt hoch

Schätzungen zufolge leben rund eine halbe Million trans Personen in Pakistan. Viele sind sozial ausgegrenzt und regelmäßig Anfeindungen ausgesetzt. Einem Bericht im Fachjournal The Lancet aus dem Jahr 2023 zufolge haben 90 Prozent der trans Personen in Pakistan körperliche Gewalt erlebt.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Angriffen. So wurden 2024 zwei trans Frauen in Mardan ermordet. Ein Jahr zuvor überlebte die erste trans Nachrichtensprecherin des Landes, Marvia Malik, einen Anschlag, als Unbekannte vor ihrem Haus auf sie schossen.

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