Ein Bundesgericht in New York verurteilte den 44-jährigen ehemaligen Pornodarsteller Austin Wolf, bürgerlich Justin Heath Smith, zu 19 Jahren Freiheitsstrafe. Zusätzlich verhängte das Gericht zehn Jahre überwachte Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 US-Dollar. Wolf hatte sich im Sommer schuldig bekannt, Minderjährige zu strafbaren Handlungen verleitet sowie über einen längeren Zeitraum hinweg illegale Inhalte gesammelt und weitergegeben zu haben.
„Die Verbrechen dieses Angeklagten sind entsetzlich. Unsere Priorität ist es, solche Täter dauerhaft von der Gesellschaft fernzuhalten”, erklärte der zuständige US-Staatsanwalt Jay Clayton nach der Urteilsverkündung.
Mehr als 1.200 Dateien mit kinderpornografischem Material
Gerichtsdokumenten zufolge hatte Wolf über verschiedene Online-Plattformen Kontakt zu mutmaßlich minderjährigen Personen aufgenommen und in mehreren Fällen Treffen mit ihnen geplant. In einzelnen Fällen wurden auch Fotos und Videos ausgetauscht.
Bei einer Hausdurchsuchung stellten Ermittler auf Wolfs elektronischen Geräten mehr als 1.200 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten sicher. Ein Teil dieses Materials wurde laut Anklage auch mit anderen Personen geteilt.
Die US-Bundesstaatsanwaltschaft stufte das Verhalten des Angeklagten als besonders schwerwiegend ein und sprach von einem systematischen Vorgehen. In einem 15-seitigen Antrag forderten die Ermittler eine Strafe am oberen Ende des gesetzlichen Strafrahmens.
Verteidigung relativierte die Taten von Austin Wolf
Die Verteidiger von Austin Wolf forderten eine deutlich geringere Strafe und plädierten für das gesetzliche Mindestmaß von zehn Jahren. Sie betonten, ihr Mandant habe keine Vorstrafen und befinde sich seit seiner Festnahme im Juni 2024 unter erschwerten Bedingungen in einer Justizvollzugsanstalt.
Sie kritisierten die Einschätzung der Staatsanwaltschaft als überzogen und sprachen von unbelegten Vorwürfen, die nicht Gegenstand des Schuldeingeständnisses seien.
Langwieriges Verfahren mit zahlreichen Fristverlängerungen
Das Verfahren gegen Austin Wolf zog sich über mehr als ein Jahr hin. Nach seiner Verhaftung im Juni 2024 wurden die Fristen für Anhörungen und mögliche Anklageerhebungen mehrfach verlängert. Hintergrund waren laufende Gespräche zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft über ein mögliches Geständnis.
Am 20. Juni 2025 legte Wolf schließlich ein Schuldbekenntnis ab. Er gab zu, eine minderjährige Person zu illegalem Verhalten verleitet zu haben. Dieser Tatbestand kann nach US-Bundesrecht mit einer Mindeststrafe von zehn Jahren und einer Höchststrafe von lebenslanger Haft geahndet werden.
Mit dem nun verhängten Strafmaß folgte das Gericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler betonten, dass es sich nicht um ein einmaliges Fehlverhalten gehandelt habe, sondern um eine längere Phase gezielter Annäherungen und strafbarer Kommunikation.

