Nach dem Christopher Street Day (CSD) in Görlitz, der am Samstag stattfand, wurde ein 14-Jähriger abends auf der Dresdner Straße attackiert und verletzt. Wie die Polizei mitteilte, musste der Jugendliche in einem Rettungswagen behandelt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.
Polizei prüft Zusammenhang zum CSD
Ein Polizeisprecher sagte, es müsse geprüft werden, ob die Tat im Zusammenhang mit dem zu diesem Zeitpunkt schon beendeten CSD steht. In Görlitz hatten sich am Samstag nach Polizeiangaben rund 850 Menschen zum CSD versammelt.
Zu einem Gegenprotest der rechten Szene kamen laut Polizei rund 130 Personen. In sozialen Netzwerken hatten zuvor deutsche und polnische Rechtsextremist:innen dazu aufgerufen, dem CSD entgegenzutreten. Ob der Betroffene oder die Täter an einer der Versammlungen teilgenommen haben, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Nach Angaben der Polizei wurde ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Versammlungen verhindert. „Die beiden Aufzüge wurden zeitversetzt und mit etwa 200 Meter Abstand auf die Wegstrecke geschickt. Zuerst der CSD und dann der Gegenprotest“, so ein Polizeisprecher.
Linke: Opfer war Mitglied der Linksjugend
Laut dem sächsischen Landesverband der Linken ist das Opfer Mitglied der Linksjugend Görlitz. Der Betroffene sei „im Stadtgebiet von mehreren mutmaßlich rechten Tätern angegriffen und dabei verletzt worden“.
Die Linke sprach von vier mutmaßlichen Tätern. Drei von ihnen waren demnach zeitweise vermummt. Der nicht vermummte Täter habe zuvor an einer CSD-Gegendemonstration teilgenommen. Er habe den 14-Jährigen gefragt, warum dieser ihn einen Faschisten genannt habe. Unmittelbar danach habe das Opfer einen Schlag gespürt und sei zu Boden gegangen.
Die Polizei bestätigte bislang lediglich, dass mehrere unbekannte Personen den 14-Jährigen angegriffen haben. Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen des Staatsschutzes.

